| Die Eibe - Baum Des Jahres 1994 |
Lat. Taxus baccata L., Eibengewächse/Taxáceae Charakteristika,
Erkennungsmerkmale Der immergrüne Nadelbaum erreicht selten Höhen über 20 m. Als Deutschlands älteste Eibe gilt die Hintersteiner Eibe im Allgäu, deren Alter auf ca. 2000 Jahre geschätzt wird. Sie hat einen Stammdurchmesser von etwa 1 m. Häufig findet man Eiben, die aus mehreren miteinander verwachsenen Stämmen, sogenannten Komplexstämmen, bestehen. Die Krone einstämmiger Exemplare ist meistens breit kegelförmig, später abgerundet bis kugelig. Das Astwerk ist stark verzweigt, stärkere Äste leicht hängend, an den Enden wieder ansteigend. Der tiefgefurchte, häufig spannrückige Stamm trägt anfangs eine rötlichbraune glatte Rinde, die später zu einer graubraunen, sich in Schuppen ablösenden Borke wird. Die Knospen haben eine Länge von 46 mm und sind rundlich bis eiförmig. Die gestielten Nadeln sind etwa 15 bis max. 40 mm lang und 2 bis 3 mm breit. Oberseits glänzen sie dunkelgrün. Auf der Unterseite sind die Nadeln graugrün und zeigen zwei undeutliche Spaltöffnungsstreifen. Die Eibe
ist zweihäusig, d. h. es gibt sowohl männliche Bäume mit
Staubblüten, wie auch weibliche mit sehr unscheinbaren, winzig kleinen
1 bis 1,5 mm Blüten auf der Zweigunterseite. Vorkommen
und Verbreitung Sie bevorzugt Kalkstandorte, ist aber auch auf Braunerde-Böden anzutreffen. Meistens findet man Einzelbäume, Gruppen oder Horste eingemischt in Laubholzbestände. Selten findet man kleine geschlossene Eibenbestände, wie das Naturwaldreservat im niedersächsischen Forstamt Bovenden bei Göttingen. Als andere Eibenbestände werden angegeben: der 18 ha große Ziesbusch (slawisch cis = Eibe) mit 3500 Bäumen in der Tucheler Heide, ein Bestand von ca. 600 Stämmen auf der Vorderröhn in der Nähe von Dermbach sowie das Bodetal im Harz. Verwendung
Ökologischer Nutzen Aber auch zur Herstellung von Möbeln, Schnitzereien und vielerlei Hausgeräten fand das wertvolle Holz vielfache Verwendung. Dies führte zu Übernutzungen, die für den Rückgang der Eibe in unseren Wäldern hauptverantwortlich sind. Z. B. exportierte Nürnberg im Jahre 1560 die gewaltige Menge von 36000 Eibenbogen nach Westen! Nutzung und Wildverbiß haben zudem die Naturverjüngung oft nachhaltig verhindert. Heute steht die Eibe in vielen Ländern Europas unter Naturschutz, bei uns auf der Roten Liste für gefährdete und besonders bedrohte Pflanzenarten. Heilkunde,
Mythologie und Brauchtum Die Homöopathie verwandte Taxin früher als Antispasmodikum. Heute gewinnt man aus der Rinde das Krebsmittel Taxol, welches seit 1993 in Deutschland zugelassen ist und auch hergestellt wird. In der Mythologie
der Germanen führte der in Ydalis, den Eibentälern
wohnende Jagdgott Uller einen Bogen aus Eibenholz. Quellen:
Alfred Dengler Waldbau auf ökologischer Grundlage. 6.
Auflage, in 2 Bänden vollständig neubearbeitet von E. Röhrig
u. H. A. Gussone. |