Das Kuratorium Baum des Jahres erklärt -
gemeinsam mit seinem Mitglied Ben Wargin-
den Ginkgo biloba zum "Baum des Jahrtausends"
Ginkgo Biloba
Dieses Baumes Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie's den Wissenden erbaut.
Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt?
Solche Fragen zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn.
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin ?
Johann Wolfgang von Goethe 1815
Hoffnungssymbol Ginkgo
Seine unglaubliche Vergangenheit und seine brillanten
Chancen für die Zukunft lassen den Ginkgo für unsere heutige
Welt zu einem großen Symbol werden: das Symbol für einen Weltenbaum,
das Symbol für Stärke und Hoffnung.
Viele Kulturen verehren den Ginkgo aber auch als Symbol für ein langes
Leben, Fruchtbarkeit, Freundschaft, Anpassungsfähigkeit und Unbesiegbarkeit.
In China und Japan gibt es zahlreiche Tempelanlagen und heilige Pilgerorte,
wo riesige Ginkgoveteranen wachsen. Manche erreichen gewaltige Höhen
von bis zu 40 Metern und einen Umfang von 10 oder gar 16 Metern. Ein Alter
von mehr als 1000 Jahren ist keine Seltenheit für diese Baumriesen.
Die besonders von den weiblichen Besuchern geschätzt werden. Die
Bäume sind für sie ein Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit.
Die asiatischen Frauen beten an den Bäumen um die Erfüllung
elementarer Wünsche wie z.B. die Bitte um Nachwuchs und genügend
Muttermilch.
Aber nicht nur die Bäume als Ganzes, auch die Samen und Blätter
erfreuen sich einer großen Wertschätzung. Ginkgoblätter
verwendete man sogar zeitweise als Zahlungsmittel in China oder man legte
sie zwischen zwei Buchseiten, um Schädlinge fern zu halten. Während
die Blätter vorwiegend im medizinischen Bereich verwendet wurden,
galten die geschälten und gerösteten Samen als ausgesuchte Spezialität.
Die so genannten „Pa-Ke-Wo“ waren feierlichen Anlässen
vorbehalten.
Dem Kaiser wurden sie als Tribut dargebracht. Roh erinnern die stärke-
und eiweißhaltigen Damen im Geschmack eher an Kartoffeln.
Ginkgo -- Wanderer zwischen den Zeiten...
Die Ursprünge des Ginkgo reichen in ein Zeitalter
zurück, das wir uns kaum vorstellen können. Manche Wissenschaftler
geben dem Ginkgo eine Geschichte von 300 Millionen Jahren. Schon bevor
die Saurier lebten, sollen Vorfahren des Ginkgo die Erde großflächig
besiedelt haben. Der Großteil der Ginkgoarten hatte sich schon in
der Kreidezeit nach Ostasien zurückgezogen.
Hier überlebte auch Ginkgo biloba die Eiszeiten.
Eines der wesentlichen Merkmale des Ur – Ginkgo – Baumes waren
die feingabeligen, in verblüffender Vielfältigkeit ausgebildeten
„Blätter“. So gab es neben zungen- bis nadelförmigen
Blättern zweifach- oder vierfach geteilte und mehr als vierfach geteilte
„Blätter“. Während eines Millionen Jahre dauernden
Entwicklungsprozesses entstand aus diesen Urformen das heute weithin so
bekannte und symbolhafte zweigeteilte Ginkgoblatt. Dieses aus den einstigen
Nadeln zusammengewachsene Fächerblatt ist ein Phänomen in der
Pflanzenwelt, das den Ginkgo seinen besonderen Reiz verleiht. Ein unverwechselbares
Charakteristikum ist der mehr oder minder tiefe Einschnitt des Blattes.
Die Farbigkeit der Blätter variiert zwischen hell- und graugrün
bis zu herbstlich Goldgelb. Die Blätter sind relativ dick wie mit
einer zarten Wachsschicht überzogen. Diese Merkmale werfen die Frage
auf, in welche Pflanzenklasse der Ginkgo einzuordnen ist. Wegen der teilweise
nadelförmigen Blätter der Ginkgo – Vorfahren könnte
man ihn zu den Nadelgehölzen zählen. Dafür spricht auch,
dass der Ginkgo entfernt an eine Konifere erinnert.
Angesichts der heutigen Blattform erscheint er eher zu den Laubbäumen
gehörig.
Diese Einordnung würde auch den Laubwechsel –Verfärben
und Abwerfen der Blätter im Herbst- erklären. Der Ginkgo biloba
ist weder ein Laub- noch ein Nadelbaum, vielmehr bildet er eine eigenen
Pflanzenfamilie und vereint unter dem Namen „Ginkgoales“ viele
exotische, fossile Arten.
Auszug aus "Mythos Ginkgo"
Buchverlag für die Frau.
Ginkgo
- ein Baum und seine Namen
Der Ginkgo hat im Laufe der Jahrhunderte eine Vielzahl von Namen erhalten.
Alle zeugen sie davon, wie der Baum stets die Phantasie seiner Betrachter
anzuregen vermochte: Goethebaum, Mädchenhaarbaum, Elefantenohrbaum,
Entenfußbaum, chinesischer Tempelbaum, Fächerblattbaum oder
Großvater-Enkel-Baum.
Offiziell tauchte er 1578 in der chinesischen Literatur unter der Bezeichnung
"yin hsing" bzw. "ya chio" auf, was soviel wie "Silber
- Aprikose" heißt auf und auf die silbrig schimmernden Samenanlagen
hinweist. Im Laufe der Zeit gelangte der Name von China nach Japan. Als
"ginkyo", "ginnan" und "icho" ging er in
den japanischen Wortschatz ein. Davon ist heute "icho" (wörtlich:
Entenfußbaum) in Japan die gebräuchlichste Bezeichnung als
Anspielung auf die Blattform.
Dass er heute bei uns vor allem unter dem Namen "Ginkgo" bekannt
ist, geht wahrscheinlich auf einen sich hartnäckig haltenden Schreibfehler
zurück, der sich seinerzeit bei der botanischen Erfassung eingeschlichen
hatte. Damals wurde aus dem "y" in "Ginkyo" ein "g".
Der Fehler unterlief dem deutschen Arzt und Botaniker Engelbert Kaempfer
(1651-1716) bei der Transkription des japanischen Namens in das Lateinische
und wurde von Carl von Linné übernommen. Linné erweiterte
bei der Einordnung des Ginkgo in sein Klassifikationssystem um den Zusatz
"biloba", die Zweilappigkeit der Blätter bezeichnend. "Mädchenhaarbaum"
("Maiden hair tree") nennt man den Ginkgo im angelsächsischen
Sprachraum im Hinblick auf die dem eleganten, exotischen Frauenhaarfarn
ähnelnden Blätter. Die Franzosen kennen ihn unter dem Namen
"Arbe aux quarante ecus" (Vierzig-Taler-Baum). Diese Anspielung
auf seinen Preis basiert auf der Geschichte des Franzosen, der 1780 die
ersten Ginkgobäume für 25 Guineen(=40 Taler) von einem englischen
Gärtner kaufte. Seltener wird der Ginkgo in Frankreich "Tausend-Taler-Baum"
genannt- eine bildhafte Umschreibung für die Goldfärbung und
den Fall der Blätter im Herbst.
Viele Bezeichnungen, die bereits in Asien über den Baum gefunden
wurden, sind heute noch anzutreffen, wie Großvater-Enkel-Baum oder
Elefantenohrbaum. Da er häufig in der Nähe von Tempeln oder
anderen Kultstätten anzutreffen ist, nennt man ihn auch Tempelbaum.
In Deutschland hört man in Anlehnung an Goethes Ginkgo-Gedichte oft
Goethebaum, aber auch Weltenbaum oder Fächerblattbaum.
Nomenklatur
Botanische Bezeichnung: Ginkgo biloba L.
Familie : Ginkgoaceae
Herkunft nach IAWA-Klassifikation: temperiertes Asien (China, Japan, ehemalige
UdSSR)
Weitere Namen:
Arbol de los 40 escudos (Spanien), Arbol sagrado (Spanien), Arbre à
noix (Frankreich), Arbre aux quarante ecus (Frankreich), Arbre des pagodes
(Frankreich), Beseeltes Ei (Deutschland), Elefantenohrbaum (Deutschland),
Entenfussbaum (Deutschland), Fächerblattbaum (Deutschland), Fossil
tree (Großbritannien), Frauenhaarbaum (Deutschland), Ginkgo (Deutschland),
Ginkgo (Schweden), Ginkgo (Großbritannien), Ginkgo (Niederlande),
Ginkgo (Finnland), Ginko (Italien), Ginnan (Japan), Goethebaum (Deutschland),
Goldfruchtbaum (Deutschland), Grossvater-Enkel-Baum (Deutschland), Icho
(Japan),
Japanbaum (Deutschland), Japanischer Nussbaum (Deutschland), Japanse notenboom
(Niederlande), Kew tree
(Großbritannien), Mädchenhaarbaum (Deutschland), Maidenhair
tree (Großbritannien), Musteristré (Island),
Neidonhiuspuu (Finnland), Nogueira-do-Japao (Portugal), Noyer du Japon
(Frankreich), Pakgor Su (Singapore),
Silberaprikose (Deutschland), Tausend Taler (Deutschland), Tempelbaum
(Deutschland), Tempelboom (Niederlande),
Tempelträd (Schweden), Temple tree (Großbritannien), Temppelipuu
(Finnland), Waaierboom (Niederlande),
Weisse Frucht (Deutschland),
Ginkgo
- Fortpflanzung und Wachstum
Der Ginkgo biloba ist ein zweihäusiger Baum, d.h.es gibt männliche
und weibliche Bäume, die in jungen Jahren schwer voneinander zu unterscheiden
sind. Erst nach ca 20-30 Jahren zeigt er die erste Blüte. Nun ist
es möglich, die Geschlechter zu erkennen und jetzt erst ist auch
die Fortpflanzung möglich. Beim Ginkgo geschieht dies aber etwas
anders als "üblich". "Frau Ginkgo" bildet erst
dann eine befruchtungsfähige Eizelle, wenn der männliche Pollen
wirklich die weibliche Samenanlage erreicht hat.
Ende April, Anfang Mai, wenn die Pollen fliegen, fängt "Frau
Ginkgo" zwar die männlichen Pollen auf, lagert sie aber vorerst
in ihrer Samenanlage ein. Erst die fertige Eizelle bildet eine Bestäubungsflüssigkeit
und saugt damit die eingelagerten Pollen ein. Ab diesem Zeitpunkt beginnt
die Samenanlage zu wachsen. Während dieser Wachstumszeit entstehen
in der Samenanlage alle für die Befruchtung notwendigen Stoffe. Der
im Frühjahr von "Frau Ginkgo" eingelagerte männliche
Pollen bildet im Laufe der Zeit winzige Tropfen, die sich nach ca. 120
Tagen zur Befruchtung der Eizelle auf den Weg machen. Nach einiger Zeit
hat sich aus der Haut der Samenanlage eine innere harte und eine äußere
dickfleischige gelbe Hülle entwickelt.
Die innere Hülle umgibt den Keimling - auch als Nuss oder Kern bezeichnet.
Fallen die Samenanlagen im Oktober/November vom Baum ab, kann es sein,
dass erst jetzt die Befruchtung stattfindet. Die Samenanlagen sind meist
goldgelb bis bräunlich gefärbt. Beim Verfaulen des sich ablösenden,
stark fetthaltigen Samenfleisches entseht ein beißender, fast ranziger
Geruch. Übrig bleiben die Samen (Nüsse), die auch ein begehrtes
Objekt vieler zwei-und vierfüßiger Sammler sind. In Südostasien
werden die gerösteten Nüsse als Delikatesse gereicht geschmacklich
vergleichbar mit gerösteten Pistazien. Aus der Nuss entsteht vielleicht
ein neuer Ginkgo. Zu Beginn wächst ein junger Ginkgo recht schnell.
Innerhalb von 5 bis 6 Jahren können Ginkgos eine Höhe von 2
bis drei Metern erreichen. Danach wächst der Baum langsamer. Erst
nach etwa 50 Jahren entfaltet er seine ganze Pracht.
Die beste Saatzeit ist das zeitige Frühjahr. Die Nüsse werden
im Vorherbst gut gereinigt und im feuchten Sand zum Vorkeimen der Winterkälte
ausgesetzt. Als einer der robustesten Bäume, wächst der Ginkgo
überall dort gut an, wo kühles bis halbtrockenes Klima herrscht.
Es darf aber nicht zu trocken sein. An die Qualität des Bodens stellt
der Ginkgo keine hohen Ansprüche. Er bevorzugt aber offensichtlich
silikatreichere, "frische" Böden, die ganzjährig genügend
Feuchtigkeit bieten. Der Ginkgo braucht abgeschlossene Sommer-und Winterperioden.
Ginkgos in unseren Gärten und Parks
Nachdem der Ginkgo-Baum sich in den Jahrmillionen nach Südost-Asien
zurückgezogen hatte, war es der deutsche
Botaniker und Mediziner Engelbert Kaempfer, dem letztlich die Wiedereinführung
des Baumes in europäische Gefilde zu verdanken ist. Als er sah, dass
man in Japan die gerösteten Ginkgo- Nüsse als Spezialität
verzehrte, in dem Wissen, dass man damit eine gute Gesundheit und ein
langes Leben fördern könne, wurde Kaempfer auf den Ginkgo aufmerksam.
Um 1730 wurden in Utrecht und Leyden (Niederlande) die ersten Versuche
unternommen, den Ginkgo-Baum wieder in Europa heimisch zu machen. Den
Erfolg zeigen noch heute in den botanischen Gärten von Leyden und
Utrecht damals gepflanzte Ginkgos.
Der heute vorkommende Ginkgo biloba gilt immer noch als einer der widerstandsfähigsten
Vertreter seiner Art. Er besitzt eine außergewöhnliche, natürliche
Immunität gegenüber Schädlingen, der Umweltverschmutzung
sowie unverträglichen Bakterien und Viren. Nachdem man in Tokio entdeckte,
dass der Baum sogar abgehärtet gegenüber Autoabgasen ist, begann
sein Siegeszug in den modernen Großstädten.
Da er sich aufgrund seiner ästhetischen und botanischen Vorzüge
hervorragend für die Bepflanzung von Parks, Gärten und als Straßenbaum
eignet, gehört der Ginkgo biloba heute auch bei uns mit zu den am
meisten gepflanzten Bäumen.
Besonders bekannte Ginkgo-Städte sind Weimar, Heidelberg, Frankfurt,
Mönchengladbach, München und Karlsruhe. Die ältesten deutschen
Ginkgos sind mehr als 200 Jahre alt. Sie leben im Park Wilhelmshöhe
bei Kassel und im Schlosspark von Schloss Dyck am Niederrhein. Auch der
berühmte "Goethe-Ginkgo" in Jena, der zwischen 1792 und
1794 gepflanzt wurde, allerdings wohl nicht von Goethe, gehört zu
diesen Veteranen, ebenso wie ein Baum im Gutspark der ehemaligen Grafen
von Veltheim in Harbke bei Helmstedt. Dresden ist ebenfalls schon seit
dem 19. Jahrhundert für seine Ginkgo-Alleen bekannt.
Angepflanzt werden hierzulande hauptsächlich die männlichen
Bäume (durch Stecklinge), da die weiblichen wegen des strengen Geruchs
ihrer faulenden Samenhülle nicht sehr beliebt sind. Die im Frühjahr
wachsenden Ginkgo-Blätter haben zunächst eine zartgrüne
Farbe, die sich später zu einem satten dunkelgrünen Ton wandelt.
Im Herbst leuchten die Blätter in schönen Goldtönen. Fast
drei Wochen präsentiert Ginkgo sich in dieser Farbenpracht. Es sei
denn, die Herbststürme setzen vorzeitig
ein Ende und zerstören den reizvollen Anblick. Selbst im Winter ohne
sein Blätterkleid ist der Ginkgo eine majestätische
Erscheinung.
Erwähnenswert sind auch die Bonsai-Ginkgos, eine in Töpfen kultivierte
zwergenhafte Ausgabe des Ginkgo. Erfunden wurde die Bonsai-Technik - manche
sprechen auch von Bonsai-Kunst - in China. Über Japan, wo man diese
Züchtungen im Lauf der letzten Jahrhunderte perfektionierte, kam
diese Kunst nach Europa.
Heilender Ginkgo
Der Ginkgo gilt nicht nur auf Grund seiner
botanischen Eigenarten und sei-ner phantastischen Herkunftsgeschichte
als Wunderbaum. Auch um seineHeilkräfte ranken sich Legenden.
Vorreiter auf medizinischem Gebiet war China, wo die Baumrinde, die Blätter
und Früchte seit dem 11. Jahrhundertfür Heilzwecke genutzt werden.
In der traditionellen chinesischen Medizin wurden vor allem dem Samen
und dem Fruchtfleisch Wirksamkeit gegen unterschiedliche Beschwerden zugesprochen.
Teilweise wendet man diese Mittel heute noch an. Interessant, auch für
die europäische Medizin, sind neuere Erkenntnisse zur Wirksamkeit
des Samens gegen Tuberkel Bakterien.
In Europa erkannte man erst 200 Jahre nach der Wiedereinführung des
Ginkgos als Park- und Gartenbaum seine wertvollen, heilenden Eigenschaften.
Deutsche Wissenschaftler fanden in der 60iger Jahren heraus, dass ein
aus den Blättern durch spezielle Verfahren hergestellter Extrakt
gegen Durchblutungsstörungen hilft. Diese Entdeckung revolutionierte
die Ginkgo Forschung. Heute ist jedes dritte gegen Durchblutungsstörungen
verschriebene Medikament ein Ginkgo-Präparat. Für die Heilkraft
der Ginkgo-Präparate ist die Kombination aller in den Blättern
enthaltenen Wirkstoffe und Substanzen entscheidend. Ginkgo-Präparate
behandeln vor allem altersbedingte Erkrankungen, wie Durchblutungsstörungen
im Gehirn und in den Beinen. Sie schützen die Nervenzellen, erhalten
und verbessern die Hirnfunktion und inaktivieren die (schädlichen)
so genanten freien Radikalen. Bedeutungsvoll sind Ginkgo-Extrakte auch
zur Vorbeugung von Schlaganfällen. Studien aus jüngster Vergangenheit
beschäftigen sich mit der Wirkung von Ginkgo-Präparaten bei
Altersdemenz (Alzheimer). Bisherige Versuche zeigen eine Verbesserung
des Lernvermögens und der Gedächtnisleistung und eine erhöhte
Lebenserwartung bei Versuchstieren. Diese Ergebnisse sind viel ver-sprechend.
Viele Menschen werden von Migränen geplagt. Längerfristige Behandlungmit
Ginkgo biloba weisen gute Erfolge auf. Ein großer Vorteil der Ginkgo-Präparate
ist ihre gute Verträglichkeit, fast ohne Nebenwirkungen. Auch bei
gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente wurden keine Wechselwirkungen
und Unverträglichkeiten festgestellt.
Nicht nur als Heilmittel, sonder auch zur
Schönheitspflege wurde Ginkgo im alten Asien seit Jahrhunderten eingesetzt.
Auch die europäische Kosmetikindustrie nutzt verschiedene Varianten
des Ginkgo-Extraktes in jüngerer Zeit als Bestandteil von Kosmetik
und Körperpflegeprodukten. In Cremes und Lotionen soll Ginkgo der
Faltenbildung entgegen wirken und die Haut straffen. Ein neuer Trend sind
Ginkgo-Wirkstoffe in Shampoos und Haarwasser, um die Haarstruktur zu verbessern
und die Durchblutung der Kopfhaut zu fördern. Noch längst sind
nicht alle Möglichkeiten der in Ginkgo enthaltenen Wirkstoffe und
Substanzen erforscht. So bleibt die Hoffnung, dass der Wunderbaum vielleicht
einmal helfen kann, bisher unheilbare Krankheiten zu besiegen.
Ein
Mahnmal für Frieden und Umweltschutz.
Die Ursprünge des Ginkgo reichen ca. 300 Millionen
Jahre zurück. Die Vorfahren des Ginkgo sollen einst die Erde großflächig
besiedelt haben. Der Großteil der Ginkgo-Arten hatte sich schon in der
Kreidezeit nach Ostasien zurückgezogen, wo auch Ginkgo biloba die Eiszeiten
überlebte. Eines der wesentlichen Merkmale des Ur-Ginkgo-Baumes waren
die feingabeligen, in verblüffender Vielfältigkeit ausgebildeten „Blätter".
So gab es neben zungen- bis nadelförmigen Blättern zwei- oder vierfach
geteilte und mehr als vierfach geteilte „Blätter". Aus diesen Urformen
entstand das heute weithin so bekannte und symbolhafte zweigeteilte Ginkgo-Blatt.
Dieses aus den einstigen Nadeln zusammengewachsene Fächerblatt ist ein
Phänomen in der Pflanzenwelt, das dem Ginkgo seinen besonderen Reiz verleiht.
Ein unverwechselbares Charakteristikum ist der mehr oder minder tiefe
Einschnitt des Blattes. Die Farbe der Blätter variiert zwischen hell-
und graugrün bis zu herbstlich goldgelb. In welche Pflanzenklasse ist
der Ginkgo einzuordnen? Wegen der teilweise nadelförmigen Blätter der
Ginkgo-Vorfahren könnte man ihn zu den Nadelgehölzen zählen. Dafür spricht
auch, dass der Ginkgo entfernt an eine Konifere erinnert.
Angesichts der heutigen Blattform scheint er eher zu den Laubbäumen zu
gehören. Diese Einordnung würde auch den Laubwechsel – Verfärben und Abwerfen
der Blätter im Herbst – erklären. Ginkgo biloba ist weder ein Laub- noch
ein Nadelbaum, vielmehr bildet er eine eigene Pflanzenfamilie und vereint
unter dem Namen „Ginkgoaceae" viele fossile Arten.
Auszug aus „Mythos Ginkgo" Buchverlag für die
Frau.
Ginkgo biloba - ein um 1730 von Engelbert Kämpfer aus Japan nach
Europa gebrachter Tempelbaum - ist die einzige, weitgehend unveränderte
Art einer rund 250 Millionen Jahre alten und bis zur Eiszeit auch in Europa
heimischen Gattung. Dieser Baum mit den typischen zweilappigen Blättern
mit mehrfach gabeliger Nervatur gilt vor allem wegen der altertümlichen
geschlechtlichen Fortpflanzung der hier männlich und weiblich angelegten
Bäume als lebendes Fossil. Die Unempfindlichkeit gegen Umweltschadstoffe
macht den Ginkgo heute zu einem beliebten Straßenbaum in vielen
Großstädten, ob in New York oder Berlin.
Aus den Blättern des Ginkgo wird ein Spezialextrakt hergestellt. Dieser
wird als arzneilicher Wirkstoff vor allem gegen Hirnleistungsstörungen
eingesetzt.
|