
Dr. Silvius Wodarz Stiftung
Menschen für Bäume / Verein BdJ
Dr. Silvius Wodarz
Kneippstraße 15
95615 Marktredwitz
Tel.( 0 92 31 ) 98 58 48 Fax (0 92 31) 8 29 27
E-Mail: info@baum-des-jahres.de
Homepage:www.baum-des-jahres.de
Der Berg-Ahorn - Acer pseudoplatanus L.
ist der Baum des Jahres 2009
Die Wahl des Bergahorns zum Baum des Jahres 2009
gab Dr. Silvius Wodarz, Präsident der Stiftung Menschen für
Bäume, am 15.10.08 in Berlin bekannt. Alljährlich wählt
das „Kuratorium Baum des Jahres“, der Fachbeirat der
Stiftung, eine Baumart zum „Baum des Jahres“.
Herr der Berge - Baum der Berge
Die Alpen sind die Region, wo der Berg-Ahorn am eindrücklichsten
unter Beweis stellt, dass er seinen Namen zu Recht trägt. Im
Schweizer Wallis, dort wo die höchsten Gipfel Europas stehen,
ist er noch auf fast 2000 Meter als halbwegs wohlgeformter Baum
zu finden. In den Kalkalpentälern bildet er in Höhen,
in die die Buche nicht mehr vordringen kann, sogar vereinzelt reine
Waldbestände.
Der bis zu sechshundert Jahre alt werdende Berg-Ahorn spielt in
vielen Bergortschaften eine kulturgeschichtlich ähnliche Rolle
wie die Eiche oder die Linde in den flacheren Ortslagen. Der berühmteste
Berg-Ahorn stand in dem Schweizer Ort Truns. Unter seiner Krone
wurde 1424 der „Graue Bund“ geschmiedet. Regelmäßig
bis ins 19. Jahrhundert trafen sich die Graubündner unter diesem
Baum, um diesen Bund zu bestätigen.
Auch im übrigen Europa ist der Berg-Ahorn natürlicherweise
ein Baum der Bergwälder – von den Kantabrischen Bergen
im Nordwesten Spaniens bis hin zu den Karpaten im Osten und vom
Harz im Norden bis in die südlichen Apenninen. In den deutschen
Mittelgebirgen prägt er vor allem zusammen mit der Esche und
der Berg-Ulme die feuchten Schlucht- und Blockhaldenwälder.
Die vegetationskundlich offizielle Nordgrenze seiner natürlichen
Verbreitung verläuft am nördlichen Rand der Mittelgebirge.
Doch längst fühlt sich der Berg-Ahorn auch im platten
norddeutschen Land ausgesprochen wohl – nicht nur als Park-
und Straßenbaum oder als Feldgehölz, sondern auch als
Waldbaum. Gefördert durch den Menschen hat er sich bis nach
Südschweden und weit nach Osten bis tief ins europäische
Russland hinein ausgebreitet. In Dänemark beispielsweise wurde
er im 17. Jahrhundert kultiviert und ist dort dann verwildert. Selbst
übers Meer wurde er verschleppt, so dass der Berg-Ahorn heute
auch in England, Irland, Nordamerika und sogar in Chile vorkommt.
Süß-saftiges
Der Zuckergehalt im Saft des Berg-Ahorns liegt im Zeitraum vor dem
Blattaustrieb mit 1 – 3 Prozent vergleichsweise hoch, aber
damit immer noch deutlich geringer als bei seinem Vetter, dem Zucker-Ahorn
in Nord-Amerika, der bis auf 8 % Saccharosegehalt kommt. Doch vor
etwa zweihundert Jahren, als der Sklavenaufstand auf der Zuckerinsel
Haiti und die Napoleonische Kontinentalsperre den Preis für
Rohrzucker ins Unbezahlbare steigerten, wurde auch hier in Europa
versucht, eine Ahorn-Zuckerproduktion zu etablieren. Im Berliner
Tiergarten, im Wiener Prater und in vielen Orten mehr wurden die
ersten größeren Experimente dazu durchgeführt. Letztlich
ist daraus jedoch nie etwas geworden, weil zur gleichen Zeit die
Zuckerrübe aus der Runkelrübe gezüchtet wurde, die
weitaus höhere Zuckerausbeuten garantierte.
Dass der Saft des Ahorns mehr Zucker enthält
als die meisten anderen heimischen Baumarten, bekommt man auch im
Frühsommer zu spüren, wenn unzählige Blattläuse
den nur teilweise verdauten Zuckersaft (Honigtau) verspritzen und
alles unter der Krone des Berg-Ahorns mit einem klebrig-süßen
Film überziehen.
Nudelholz und Fiedel
Weitaus lukrativer als der Saft ist das Holz des Berg-Ahorns. Das
helle, beinahe weiße Holz wurde schon vor rund achttausend
Jahren bei den jungsteinzeitlichen Ackerbauern gerne zur Herstellung
von Gefäßen benutzt. Bis heute ist es die erste Wahl
bei hölzernen Küchengerätschaften wie Schalen, Schneid-
und Frühstücksbrettern, Kochlöffeln, Fleischklopfern
und Nudelhölzern.
Eine weitere klassische Verwendung hat das recht harte, aber gut
drechselbare Holz des Berg-Ahorns im Musikinstrumentenbau gefunden.
Wegen seiner schmucken hellen Farbe wird es gerne für Flöte
oder Fagott genommen. Und bei Saiteninstrumenten, beim Cello, bei
der Bratsche und vor allem bei der Geige ist Ahornholz der Garant
für eine wunderbare Resonanz. Berühmt sind die Geigenböden,
die aus so genanntem Riegelahorn gefertigt wurden. Bei diesem Holz
ist der Verlauf der Holzfasern ungewöhnlich wellig, was im
Anschnitt dann einen alternierenden Hell-Dunkel-Schimmer ergibt.
Es gibt eine Fülle weiterer Einsatzbereiche für das Holz
des Berg-Ahorns: Zimmerleute nehmen es gerne beim etwas edleren
Innenausbau für Treppen und Fußböden. Und auch die
Möbeltischler sind begeistert. Lediglich im Außenbereich
und als Bau- und Konstruktionsmaterial hat sich das Holz des Berg-Ahorns
nicht bewährt.
Eine ganz spezielle Eigenschaft allerdings entfaltet das Ahornholz
im Volksglauben als Türschwelle. Denn: Zauberer und Hexen trauen
sich nicht über eine solche Schwelle. Selbst wenn nur die Verankerungszapfen
in der Schwelle aus Ahorn gefertigt sind – sie bleiben draußen.
Und wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, der stelle zusätzlich
belaubte Zweige ins Fenster: Die fünflappigen, entfernt an
gespreizte Hände erinnernden Blätter tun ein Übriges,
um all solch unheimliche Wesen fernzuhalten. Auf dass es ein entspanntes
Jahr 2009 werde!
Weitere Infos erhalten Sie durch die Faltblätter zum Bergahorn
grünes Faltblatt: allgemeine Informationen zum Bergahorn
gelbes Faltbaltt: Bergahorn-Geschichte für Kinder
und vieles andere unter www.baum-des-jahres.de
oder per Post Baum des Jahres e.V. Kneippstr. 15 95615 Marktredwitz
Dr.
Silvius Wodarz Stiftung
„Menschen für Bäume“ errichtet
Schirmherr Bundesumweltminister S. Gabriel
Zum Abschluss der Ausrufung des 20. Baumes des Jahres 2008 gab Wodarz
die Gründung einer Stiftung bekannt. „Der Verein Baum
des Jahres e.V. und die Stiftung „Menschen für Bäume“
wollen gemeinsam die Arbeit für den Baum des Jahres sowie für
Bäume in Parks, in der Landschaft und im Wald auf der Basis
„Menschen für Bäume“ fortsetzen und intensivieren.
Dafür werden wir auch Kooperationspartner zu gewinnen suchen.
Man muss Bäume nicht neu erfinden, man muss sie nur
neu entdecken!
Wir wollen Menschen an Bäume heranführen und Sensibilität
für dieses lebendige Kulturgut schaffen. In die Herzen großer
und kleiner Menschen pflanzen wir Bäume, um gedankliche Veränderungen
anzustoßen. Dazu vermitteln wir Kenntnisse, Erlebnisse und
Einblicke. Wenn aus dem neu gewonnenen Wissen aktives Handeln entsteht,
ist das wichtigste Stiftungsziel erreicht.“
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