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Das Baumfreunde helfen der Schwarzerle - Baum des Jahres 2003 Eine neue Epidemie bedroht die europäischen Erlenbestände, Fachleute befürchten ein weit verbreitetes Erlensterben. Bitte melden Sie uns erkrankte oder absterbende Erlen über unseren Online-Meldebogen! Um einen möglichst vollständigen Überblick über die Situation zu erhalten, ist die Mithilfe von Personen vor Ort wünschenswert. Das Kuratorium bittet um Mithilfe! Melden Sie uns kranke oder absterbende Erlen. Das Meldeformular
steht auch als PDF-Datei zum
Download Unter
den Einsendern werden jeden Monat ausgelost: Das KBJ dankt dem saarländischen Ministerium für Umwelt für die Anregung und für Unterlagen zu dieser Aktion. Weitere
Informationen zum Erlensterben: Ursache Hinter
dem Erlensterben verbirgt sich ein pilzähnlicher Mikroorganismus der Gattung
Phytophthora. Hierbei handelt es sich um eine weltweit verbreitete Gattung mit
vielen verschiedenen Arten. Die bekannteste Art (Ph. infestans) verursacht die
Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln.
Ein Erlensterben
wurde erstmals im Jahre 1992 in den Niederlanden beobachtet. Eine Isolierung
des Verursachers "Erlen-Phytophthora" erfolgte 1993 in England.
Seither breitete sich die Erkrankung in fast allen europäischen Ländern
aus (z. B. Schweden, Frankreich, Belgien, Österreich, Italien, Ungarn).
In Deutschland wurde über ein neuartiges Erlensterben erstmals 1994
(Niedersachsen) berichtet. Inzwischen liegen Meldungen aus mehreren Bundesländern
über ein Erlensterben vor. Als erstes Bundesland hat bisher Bayern
eine systematische Erfassung durchgeführt. Die Bayerische Landesanstalt
für Wald- und Forstwirtschaft befürchtete schon im Jahr 2000
für süddeutsche Erlenbestände eine "ernste Epidemie".
Die Ausbreitung
der Phytophthora-Erkrankung erfolgt insbesondere entlang der Gewässer,
grundsätzlich mit der Strömung flussabwärts. Die Fortpflanzungsorgane
des Pilzes können sich mit zwei Geißeln im Wasser bewegen und
so die Erlenwurzeln und -stämme erreichen. Eine Aufnahme des Mikroorganismus
erfolgt nur über die Atemöffnungen (Lentizellen) an der Stammbasis.
Günstige Bedingungen für eine Infektion sind gemäßigte
Temperaturen und eine hohe Bodenfeuchtigkeit. Frühjahr und Herbst
sind daher die bevorzugten Infektionszeiträume.
Direkte
Bekämpfungsmaßnahmen, z. B. mit Fungiziden (Pilzbehandlungsmittel),
sind nur begrenzt möglich (z.B. in Baumschulen). In der freien Landschaft
ist eine Anwendung dagegen nicht ausgewiesen und wegen der bedenklichen ökologischen
Auswirkungen (Gewässer !) auch nicht sinnvoll.
Die
Schwarzerle (Alnus glutinosa) ist bei uns die bestandsbildende Charakterbaumart
entlang der kleinen und mittelgroßen Fließgewässer. Sie hat vielfältige
ökologische Funktionen im Gewässerökosystem (Nahrungslieferant,
Lebensraum, Beschattung, Ufersicherung, Luftstickstoffbindung). Ein flächendeckendes
Absterben von Erlen hätte unabsehbare Auswirkungen für die Gewässerökosysteme. Weitere wissenschaftliche Untersuchungen wären wünschenswert, um die vielen offenen Fragen zu klären. Gibt es zum Beispiel eine Abhängigkeit zwischen Phytophthora-Vorkommen und Bodentypen bzw. Gewässerbeschaffenheit ? Welchen Einfluss haben Hochwässerereignisse und die damit verbundenen Stresssituationen für die Bäume ? Wie lässt sich das Verschleppen der Erlen-Phytophthora über Pflanzgut kontrollieren bzw. vermeiden? |