
Dr. Silvius Wodarz Stiftung
Menschen für Bäume / Verein BdJ
Dr. Silvius Wodarz
Kneippstraße 15
95615 Marktredwitz
Tel.( 0 92 31 ) 98 58 48 Fax (0 92 31) 8 29 27
E-Mail: info@baum-des-jahres.de
Homepage:www.baum-des-jahres.de
Die Vogel-Kirsche ist „Baum des Jahres 2010“
Begleiter des Menschen und „Schneeweiße
Blütenkönigin“
Berlin. Die Vogel-Kirsche wurde zum „Baum
des Jahres 2010“ ernannt. Bei der Proklamation am heutigen Donnerstag
im Berliner Zoo wies der Präsident der Stiftung Menschen für
Bäume, Dr. Silvius Wodarz, darauf hin, dass die Vogel-Kirsche
(Prunus avium L.) seit Jahrtausenden ein Begleiter des Menschen sei.
Sie mache uns viele Male im Jahr große Freude: Im April strahle
sie weiß leuchtend weithin ins Land, im Sommer liefere sie begehrte
Früchte und im Herbst orange bis rote, feurige Blattfarben. Kurz:
Wenn es um Ästhetik geht, spiele die Kirsche ganz vorne mit.
Und beim Geschmack auch: Die Vogel-Kirsche sei die Mutter aller Süß-Kirschen,
denn diese seien eine Varietät (Zuchtform) von ihr.
Im Jahr der Vogel-Kirsche, diesem bei Kindern sehr beliebten Baum,
möchte die Stiftung die begonnene Zusammenarbeit mit Waldkindergärten
besonders forcieren, und auf alle Kindergärten ausdehnen, unter
dem Motto
Kinder in die Natur - Natur zu den Kindern
Wer macht mit? Wer unterstützt? Gefragt
sind alle Entscheidungsträger, Medien, Förderer!!
Die Vogel-Kirsche verfügt über viele bemerkenswerte Eigenschaften.
In der Krone einer freistehenden, erwachsenen Vogel-Kirsche können
sich bis zu einer Million Blüten
befinden! Sie sind für Bienen, Hummeln und andere Insekten eine
der wichtigsten Nektarquellen, weshalb Imker die Kirschblüte
sehr schätzen. Aber auch für uns Menschen gilt: Was wäre
ein Frühling ohne Kirschblüte? Wilde Vogel-Kirschen kommen
vor allem am Waldrand
und in der freien Landschaft vor, wo sie allerdings von Kultur-Kirschen
schwer zu unterscheiden sind. Die Früchte der Wildform sind jedoch
deutlich kleiner (nur 1 cm dick), die Kronen schlanker. Oft erkennt
man bei Kulturkirschen am Stamm, meist in etwa 2 m Stammhöhe,
knollenartige Verdickungen an der Stelle, an der die Bäume gepfropft
wurden.
Die Früchte
sind wegen ihrer Inhaltsstoffe sehr wertvoll für uns Menschen,
aber auch bei Tieren sehr begehrt. Bis zu ihrer Reife muss ein Kirschbaum
allerdings viele Klippen erfolgreich umschiffen: Spätfrost oder
Regen während der Blüte, Trockenheit, Hagel, Fraßfeinde
und Schädlinge. Kirschen werden nicht nur für Schwarzwälder
Kirschtorte und tausende anderer Leckereien verwendet, sondern neuerdings
auch für Landes-, Deutschland- und Weltmeisterschaften im Kirschkern-Weitspucken
– der Rekord liegt derzeit bei
21,71 m.
Für so genannte Barbarazweige
schneidet man Anfang Dezember – am 4.12. ist Namenstag der Heiligen
Barbara – ein paar Kirschzweige ab, stellt sie im Zimmer in
die Vase, und dann blühen sie (mit etwas Glück) zu Weihnachten.
Ein ästhetisches Highlight der Vogel- und Süß-Kirsche
ist ihre Herbstfärbung:
sie kann leuchtend orange bis feuerrot werden und damit Ende Oktober
für einen herbstlichen Höhepunkt in der Landschaft sorgen,
fast wie der „Indian Summer“ in Nordamerika (dort sind
es allerdings Ahorne, die das Feuerrot verbreiten).
Vogel-Kirschbäume können im Wald bis 30 m, im Freistand
bis 20 m hoch und maximal 150 Jahre alt werden. Der Stamm
kann oberhalb der Wurzelanläufe etwa einen Meter dick werden.
Etwas sehr Schönes sind Kirschbaum-Alleen
in der Landschaft. Man findet sie aber heute äußerst selten,
da diese Baumart nicht die optimale für schnell und stärker
befahrene Straßen ist. Umso wertvoller sind die wenigen an Nebenstraßen
und Feldwegen verbliebenen. Aber auch in Städten gibt es ab und
an Kirsch-Alleen, so zum Beispiel im Berliner Stadtteil Prenzlauer
Berg.
Hinsichtlich der Ansprüche an Nährstoffe
und Feuchtigkeit ist die Vogel-Kirsche
sehr genügsam, sie kann sogar als Pionierbaum auf Schuttflächen
wachsen. Aufgrund ihrer Hitze- und Trockenheitstoleranz kann sie tendenziell
vom Klimawandel
eher profitieren, weil sie dadurch gegenüber anderen Baumarten
konkurrenzkräftiger wird.
Im Wald ist die Vogel-Kirsche derzeit eher eine seltene
Baumart, die unbedingt mehr beachtet werden
sollte – nicht nur, weil das Holz
sehr gute Preise erzielt. Es hat einen
rötlichen Farbton, der sehr gesucht ist, und dient als Möbelholz
sowie für wertvolle Furniere. (Biedermeiermöbel).
Auch ökologisch ist die Kirsche sehr wertvoll, so können
alte, angefaulte Stämme vom seltenen Hirschkäfer
besiedelt werden.
Süß-Kirschen im Obstbau
werden grundsätzlich durch Veredlung erzeugt, dabei werden besonders
blühwillige Zweige auf die Vogel-Kirsche gepfropft. In Mitteleuropa
eingeführt wurde die Kulturkirsche bereits von den Römern
kurz nach der Zeitenwende. Pro Baum können jährlich etwa
20 kg Früchte geerntet werden. Heute beträgt die Jahresernte
an Süßkirschen weltweit etwa 2 Mio. Tonnen, in Europa ist
Deutschland das Land mit den größten Mengen (2008 gut 60.000
t ohne die privaten Kirschbäume). Bis vor gar nicht so langer
Zeit gab es in einigen Regionen schulfrei zur Kirschenernte.
Auch als Ziergehölz
ist der Kirschbaum sehr beliebt. Das edelste Baumpaar im Garten sind
Kirschbaum und Walnuss; sie ergänzen sich ideal, sowohl was ihr
Äußeres betrifft als auch ihre Nutzung.
Kirschkerne
werden von absoluten Spezialisten zum Schnitzen verwendet. So befindet
sich im „Grünen Gewölbe“ in Dresden ein Kirschkern
aus dem Jahre 1589 mit 185 (!!) geschnitzten Gesichtern. Damals hatten
die Menschen noch Zeit… Kirschkernkissen
erleben derzeit eine Renaissance als guter Wärmflaschenersatz:
Die getrockneten Kerne werden in Leinensäckchen oder Kissen gefüllt,
in der Mikrowelle, im Backofen oder Ofen erhitzt und zum Wärmen
ins Bett oder auf empfindliche Körperstellen gelegt – das
hilft bei Rheuma, Schmerzen, Hexenschuss und kalten Füßen.
Viele schwören auf den wohltuenden Schlaf auf Kirschkernkissen,
die sich übrigens auch für Allergiker eignen.
Im Jahr der Kirsche sollten auch bei uns am Tag des Baumes (25. April)
Kirschblütenfeste
gefeiert werden. In Japan wird das seit etwa 1.000 Jahren alljährlich
getan, wenn die dort heimischen Blütenkirschen das Land in ein
Meer von Rosa-, Pink- und Weißtönen tauchen. Dafür
gibt es dort sogar meist einen freien Arbeitstag, im April ist nichts
anderes so wichtig wie die Kirschblüte.
Es gibt also jede Menge guter Gründe,
warum die Vogel-Kirsche „Baum des Jahres“ geworden ist
– Zeit, einen Kirschbaum zu pflanzen! Wenn Menschen mehr auf
die Kirschbäume in der Landschaft achten, erleben sie die Jahreszeiten
intensiver und noch schöner. Und in diesem Jahr schmeckt die
Schwarzwälder Kirschtorte besonders gut…
Weitere Infos erhalten Sie durch das Faltblatt zur Vogelkirsche
grünes Faltblatt: allgemeine Informationen zum Bergahorn
und vieles andere unter www.baum-des-jahres.de
oder per Post Baum des Jahres e.V. Kneippstr. 15 95615 Marktredwitz
Dr.
Silvius Wodarz Stiftung
„Menschen für Bäume“ errichtet
Schirmherr Bundesumweltminister S. Gabriel
Zum Abschluss der Ausrufung des 20. Baumes des Jahres 2008 gab Wodarz
die Gründung einer Stiftung bekannt. „Der Verein Baum
des Jahres e.V. und die Stiftung „Menschen für Bäume“
wollen gemeinsam die Arbeit für den Baum des Jahres sowie für
Bäume in Parks, in der Landschaft und im Wald auf der Basis
„Menschen für Bäume“ fortsetzen und intensivieren.
Dafür werden wir auch Kooperationspartner zu gewinnen suchen.
Man muss Bäume nicht neu erfinden, man muss sie nur
neu entdecken!
Wir wollen Menschen an Bäume heranführen und Sensibilität
für dieses lebendige Kulturgut schaffen. In die Herzen großer
und kleiner Menschen pflanzen wir Bäume, um gedankliche Veränderungen
anzustoßen. Dazu vermitteln wir Kenntnisse, Erlebnisse und
Einblicke. Wenn aus dem neu gewonnenen Wissen aktives Handeln entsteht,
ist das wichtigste Stiftungsziel erreicht.“
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