
Dr. Silvius Wodarz
Vorsitzender des KBJ
Kneippstraße 15
95615 Marktredwitz
Tel.( 0 92 31 ) 98 58 48 Fax (0 92 31) 8 29 27
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Homepage:www.baum-des-jahres.de
Pressemitteilung des Kuratoriums Baum des Jahres ( KBJ )
Die WALNUSS ist der Baum des Jahres 2008
20. Baum des Jahres proklamiert – „den Menschen ein
guter, alter Freund“
Berlin. Dr. Silvius Wodarz, Vorsitzender des Vereins/Kuratoriums
Baum des Jahres hat am 18.10.07 in Berlin die Walnuss zum Baum des
Jahres 2008 ausgerufen.
In Deutschland sei die Walnuss bis vor 100 Jahren viel häufiger
gewesen als heute, der Bestand dann jedoch durch Übernutzung
und fehlende Nachpflanzung stark zurückgegangen – in
der Schweiz, wo man genaue Zahlen hat, in den letzten 50 Jahren
sogar um 75%. „Wir sollten uns mehr um diesen typischen Hausbaum,
unseren guten, alten Freund kümmern“ forderte Wodarz.
Bundespräsident Köhler gratuliert
dem Kuratorium Baum des Jahres schriftlich zum 20. Jahresbaum:
„Der Schutz der Umwelt ist eine der wichtigsten Aufgaben,
für die wir heute Verantwortung tragen. Die Initiative "Baum
des Jahres" schärft unser Bewusstsein dafür, dass
"Umwelt" nichts Abstraktes ist, sondern schon beim nächsten
Straßenbaum beginnt. Nebenbei lernen wir alle etwas mehr über
einzelnen Baumarten, von denen wir oft bisher nicht viel mehr als
den Namen kennen. Das alles finde ich gut, und ich wünsche
dem Kuratorium "Baum des Jahres" für seine verdienstvolle
Arbeit weiterhin viel Erfolg.“
Prof. Dr. Günther Fielmann übernimmt
Schirmherrschaft für den 20. „Baum des Jahres“
Der Verein/Kuratorium Baum des Jahres würdigt mit dieser Entscheidung
die großen Verdienste und das beispielhafte Engagement von
Günther Fielmann im Natur- und Umweltschutz. Der Gründer
und Vorstandsvorsitzende der Fielmann AG pflanzt für jeden
Mitarbeiter jedes Jahr einen Baum, bis heute weit mehr als 800.000
Bäume und Sträucher. Auf 2.000 Hektar Land betreibt Günther
Fielmann in Schleswig-Holstein unter der Dachmarke „Hof Lütjensee“
ökologischen Landbau und artgerechte Tierhaltung.
Der Walnussbaum hat gleich
zwei Dinge von höchster Qualität zu bieten: edelstes Holz
und beste Nüsse. Außerdem besitzt der Baum durch seine
silbrige Rinde und seinen knorrigen Wuchs einen ganz besonderen
Charakter. Dass seine Blätter erst spät im Mai austreiben
und früh im Herbst wieder abfallen, ist ein Vorteil für
diesen typischen Hausbaum: Im Frühjahr
wirft er erst Schatten, wenn man ihn sich wünscht, und im frühen
Herbst lässt er die schwächer werdende Sonne wieder durch
seine dann blattlose Krone hindurch scheinen.
Nussbäume entwickeln eine kugelförmige Krone mit 20 und
mehr Wipfeltrieben. Das Höhenwachstum
kann in der Jugend 1 bis 2 m pro Jahr erreichen. Im Gegensatz zur
silbrigen Rinde sind die jungen Triebe dunkel rotbraun, und die
alte schuppige Borke dunkelt nach. So entsteht ein markanter Farbkontrast
in der Krone. Die maximale Höhe beträgt meist 20 m im
Freistand, im Bestand 25-30 m, sein Höchstalter
etwa 150 Jahre, selten mehr. Der vermutlich dickste
Walnussbaum Deutschlands steht in der Nähe von Köln
und hat einen Stammumfang von 308 cm.
Die männlichen Blütenkätzchen
öffnen sich im April/Mai, die ebenfalls recht unscheinbaren
weiblichen Blüten erscheinen erst beim Austreiben mit den Blättern
an den neuen Jahrestrieben. Die Bestäubung besorgt der Wind,
daher kann der Nussbaum auf bunte Blüten oder Nektardrüsen
zum Anlocken von Insekten verzichten – er steckt diesen Aufwand
lieber in seine Früchte.
Kurz vor der Reife der Früchte ist
noch eine dickfleischige grüne Schale vorhanden, die im September
oder Oktober aufplatzt und die Nuss freilegt. Eichhörnchen,
Mäuse, Krähen und andere Tiere legen sich Vorräte
von Walnüssen an, die sie dann z.T. vergessen – so säen
sie neue Nussbäume.
Ursprünglich waren die Nüsse ziemlich klein, nur 2 cm
groß. Nussbäume wurden aber – wie die Obstsorten
– von unseren Vorfahren schon seit langem auf größere
Früchte gezüchtet, so dass wir uns an 5 cm große
Nüsse gewöhnt haben. Ein Nussbaum kann bis zu 150 kg Nüsse
in einem Jahr produzieren. Er spielt aber nur im ländlichen
Siedlungsraum und in Weinbaugebieten vor allem in wärmeren
Regionen Südwestdeutschlands und in den Flusstälern eine
bedeutsame Rolle.
Forstliche Bestände gibt es nur im Südwesten Deutschlands
sowie in Frankreich und in der Schweiz.
Vom Klimawandel wird die Walnuss, wie auch die Kiefer, der Baum
des Jahres 2008, vermutlich profitieren.
Die ursprüngliche Heimat des Nussbaumes
befindet sich auf der Balkanhalbinsel und in Asien von der Türkei
bis zum Himalaja. Vor und zwischen den Eiszeiten war die Walnuss
auch in Mitteleuropa heimisch. Schon in der Jungsteinzeit wussten
die Menschen vom Wert des Nussbaumes. Zur Zeit der Griechen und
Römer brachte man ihn, mit nach Süd- und Mitteleuropa.
Kaiserin MARIA THERESA förderte den Anbau im 18. Jahrhundert:
"An jedem Hof soll ein Nussbaum stehen." Angebaut wird
er heute auf der gesamten Nordhalbkugel in der gemäßigten
Zone, auch in Nordamerika (Kalifornien) und in China.
Das schwere Holz weist einen breiten
graubraunen bis tief schwarzbraunen Farbkern auf, der auch wolkige
Strukturen zeigen kann. Es ist eines der wertvollsten Hölzer,
das Holz der Künstler. Es wird für Furniere, Möbel,
Innenausstattungen und kleine Gebrauchsgegenstände verwendet,
ferner werden daraus Uhrengehäuse, Musikinstrumente, Parkett,
Schachfiguren und Drechslerwaren hergestellt
Nussbaumholz ist charakteristisch für viele Biedermeiermöbel.
Es eignet sich als Ersatz für Tropenholz wie Palisander, daher
wird seine Bedeutung weiter zunehmen, denn die Tropenholzbestände
sind ja inzwischen leider selten geworden.
Noch wichtiger als das Holz sind für die Nutzung
die Nüsse. Walnüsse fehlen auf keinem Weihnachtsteller.
Nusserwerbsanbau wird seit rund 2.000 Jahren betrieben und erbrachte
im Jahr 2005 etwa 1,5 Millionen Tonnen Ertrag! Walnüsse sind
wegen ihrer Nähr- und Inhaltsstoffe einmalig: Sie enthalten
etwa 60% Fett, 20 % Eiweiß, viel Vitamin B1 und C, Spuren
von Vitamin B2, A und E sowie reichlich Mineralstoffe (u.a. Kalium,
Kalzium, Eisen, Magnesium, Phosphor). Man kann eines der hochwertigsten
Öle und auch den „Nussgeist“ daraus herstellen.
Die Inhaltsstoffe des Nussbaumes gelten als blutreinigend, nervenstärkend,
schweißregulierend, die Leistung steigernd und die Konzentration
fördernd. In der Bachblüten-Therapie gilt die Walnuss-Essenz
als gut für Menschen, die neue Wege einschlagen und die Vergangenheit
hinter sich lassen wollen.
Nüsse säen und pflanzen:
Während der Proklamation empfahl Dr. Wodarz, von jeweils 20
Walnüssen, die man essen möchte, eine aufzuheben, in die
Erde eines Blumentopfes zu stecken und eine Moosschicht darauf zu
legen. (Die Keimkraft nimmt aber nach 6 Monaten ab!) Dann solle
man den Topf an einen kühlen Ort (0-4°C) stellen, wo er
vor starkem Frost, Austrocknen und Mäusen geschützt ist.
Im April stelle man ihn hinaus, gieße ihn ab und an, und dann
werde man Zeuge eines keimenden Walnussbaumes, den man spätestens
im Herbst an einer geeigneten Stelle pflanzen möge!
Die Fotos können bei Angabe von Quelle/Autor kostenlos verwendet
werden.
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| Walnussbaum (A.Roloff) |
Nuss in der aufbrechenden
Fruchtschale (H. Geis) |
Nüsse (J. Tönnießen) |
Dr.
Silvius Wodarz Stiftung
„Menschen für Bäume“ errichtet
Schirmherr Bundesumweltminister S. Gabriel
Zum Abschluss der Ausrufung des 20. Baumes des Jahres 2008 gab Wodarz
die Gründung einer Stiftung bekannt. „Der Verein Baum
des Jahres e.V. und die Stiftung „Menschen für Bäume“
wollen gemeinsam die Arbeit für den Baum des Jahres sowie für
Bäume in Parks, in der Landschaft und im Wald auf der Basis
„Menschen für Bäume“ fortsetzen und intensivieren.
Dafür werden wir auch Kooperationspartner zu gewinnen suchen.
Man muss Bäume nicht neu erfinden, man muss sie nur
neu entdecken!
Wir wollen Menschen an Bäume heranführen und Sensibilität
für dieses lebendige Kulturgut schaffen. In die Herzen großer
und kleiner Menschen pflanzen wir Bäume, um gedankliche Veränderungen
anzustoßen. Dazu vermitteln wir Kenntnisse, Erlebnisse und
Einblicke. Wenn aus dem neu gewonnenen Wissen aktives Handeln entsteht,
ist das wichtigste Stiftungsziel erreicht.“
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