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Die Gemeine Esche

Fraxinus excelsior -Baum des Jahres 2027

„Die Gemeine Esche ist unverwechselbar: sie ist heimisch und hochgewachsen, ihre Krone mit Fiederblättern behangen und licht.  Besonders charakteristisch sind ihre schwarzen, kreuzgegenständigen Knospen. Die Gemeine Esche ist ein Sinnbild für die Kraft und Anpassungsfähigkeit unserer Wälder,
sagt Silvia Breher, Schirmherrin des Baum des Jahres 2027.

Die Gemeine Esche

Fraxinus excelsior -Baum des Jahres 2027

„Die Gemeine Esche ist unverwechselbar: sie ist heimisch und hochgewachsen, ihre Krone mit Fiederblättern behangen und licht.  Besonders charakteristisch sind ihre schwarzen, kreuzgegenständigen Knospen. Die Gemeine Esche ist ein Sinnbild für die Kraft und Anpassungsfähigkeit unserer Wälder,
sagt Silvia Breher, Schirmherrin des Baum des Jahres 2027.

Die Gemeine Esche (Fraxinus Excelsior)

Text:

Stefan Meier und Lil Wendeler

Die Rückkehr einer großen Baumart

Die Wahl der Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior) zum Baum des Jahres 2027 ist aus mehreren Gründen außergewöhnlich. Bereits 2001 stand die Esche im Mittelpunkt der deutschen Baum-des-Jahres-Aktion. Damals wurde vor allem ihre Bedeutung als wertvolle heimische Laubbaumart, als Lieferantin eines hervorragenden Holzes und als wichtiger Bestandteil naturnaher Wälder hervorgehoben. Ein Vierteljahrhundert später hat sich der Blick auf die Art verändert.

Das Eschentriebsterben hat die Esche in Europa in eine schwere Krise geführt. Der aus Ostasien stammende Pilz Hymenoscyphus fraxineus hat sich seit den 1990er Jahren über große Teile des europäischen Verbreitungsgebietes ausgebreitet. Viele Bäume sterben, Bestände verlieren an Vitalität und hochwertiges Holz wird knapp. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass die Geschichte nicht mit dem Verschwinden der Esche enden muss.

In stark geschädigten Beständen finden sich immer wieder Bäume, die über Jahre vergleichsweise vital bleiben. Die Forschung hat inzwischen deutliche genetische Unterschiede in der Anfälligkeit nachgewiesen. Daraus ist ein neuer Forschungszweig entstanden: Gesucht werden besonders widerstandsfähige Bäume, ihre Eigenschaften werden untersucht, vermehrt und unter verschiedenen Bedingungen geprüft.

Die erneute Wahl der Esche soll deshalb beides sichtbar machen: die Dramatik ihrer Gefährdung und die wissenschaftlich begründete Hoffnung auf ihren Erhalt. Kaum eine heimische Baumart verbindet ökologische Bedeutung, wirtschaftliche Nutzung, Kulturgeschichte und aktuelle Waldpathologie so unmittelbar.

Botschafter/innen

Deutsche Baumkönigin 2027

Maria Huisinga: „Die Esche zeigt besonders eindrücklich, warum genetische Vielfalt eine zentrale Voraussetzung für die Anpassungsfähigkeit unserer Wälder ist. Das Eschentriebsterben hat die Baumart stark unter Druck gesetzt, doch vitale Einzelbäume und die Forschung zu ihrer Toleranz eröffnen neue Perspektiven. Als Baumkönigin 2027 möchte ich dazu beitragen, die ökologische, kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung der Esche sichtbar zu machen und Verständnis dafür zu schaffen, dass ihr Erhalt Wissen, Geduld und einen langfristigen Blick braucht. Gerade darin liegt für mich die Hoffnung für die Zukunft dieser besonderen Baumart.“

SchirmherrinSilviaBreher

Schirmherrin der Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung

Silvia Breher –

Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMELH)

„Die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) gehört zu den eindrucksvollsten und wertvollsten heimischen Baumarten. Mit ihrer hohen Wuchsleistung, ihrem charakteristischen Erscheinungsbild und ihrem vielseitig verwendbaren Holz prägt sie seit Jahrhunderten unsere Wälder und Kulturlandschaften. Gleichzeitig ist sie ein wichtiger Bestandteil artenreicher Waldökosysteme und bietet zahlreichen Pflanzen und Tieren Lebensraum.

Doch die Esche steht vor einer großen Herausforderung. Das durch den aus Ostasien stammenden Pilz „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ (Hymenoscyphus fraxineus) verursachte Eschentriebsterben hat die Bestände in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern stark geschädigt. Umso wichtiger ist es, die Gemeine Esche nicht aufzugeben, sondern ihre natürliche Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft zu nutzen.

Die Forschung macht Mut. Mit dem Projekt „FraxForFuture“ haben Wissenschaft und forstliche Praxis in den vergangenen Jahren wichtige Grundlagen geschaffen. Rund 70 Partner haben gemeinsam das Eschentriebsterben, die Genetik und Widerstandsfähigkeit einzelner Bäume zum Erhalt der Baumart untersucht. An diese Erkenntnisse knüpft seit 2025 das Folgeprojekt „FraxRecovery“ an. Das vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMELH) geförderte Forschungsprojekt soll tolerantere Eschen identifizieren, vermehren und langfristig sichern sowie ihre Wiedereinbringung in geeignete Waldökosysteme ermöglichen.

Besonders spannend sind dabei die neuen Ansätze der Forschung: Neben genetischen Untersuchungen und der gezielten Förderung vitaler Eschen werden auch biologische Verfahren untersucht, bei denen das Mikrobiom der Bäume eine Rolle spielt. Zugleich wird die Entwicklung des Eschentriebsterbens auf Intensibeobachtungsflächen weiter verfolgt und die gewonnenen Erkenntnisse für die forstliche Praxis nutzbar gemacht. So verbindet „FraxRecovery“ Grundlagenforschung, angewandte Forschung und praktische Waldbewirtschaftung.

Die Wahl der Gemeinen Esche zum Baum des Jahres 2027 ist deshalb ein wichtiges Zeichen. Sie macht auf eine bedrohte heimische Baumart aufmerksam und lenkt sogleich den Blick auf die Chancen in Forschung, genetischer Vielfalt und natürlicher Anpassungsfähigkeit. Untersuchungen zeigen, dass es innerhalb der Eschenpopulationen Nachkommen mit einer deutlich höheren Widerstandsfähigkeit gegen das Eschentriebsterben gibt. Dieses genetische Potenzial zu erkennen und zu bewahren, ist eine wichtige Aufgabe für die Zukunft unserer Wälder.

Die Esche steht damit auch für das, was wir angesichts des Klimawandels brauchen: Wälder, die vielfältig, anpassungsfähig und widerstandsfähig sind. Forschung und Praxis müssen dabei eng zusammenarbeiten. Die Gemeine Esche zeigt eindrucksvoll, dass Naturschutz, nachhaltige Forstwirtschaft und die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz keine Gegensätze sein müssen.

Als Schirmherrin freue ich mich deshalb besonders, im Jahr 2027 gemeinsam mit dem Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung, der Baumkönigin Maria Kea Huisinga und den vielen Partnern in Forstwirtschaft, Wissenschaft, Naturschutz und Gesellschaft die Gemeine Esche in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit zu stellen.

Die Esche ist ein Baum mit Geschichte – und hoffentlich auch mit einer langen Zukunft. Ich wünsche der Gemeinen Esche als Baum des Jahres 2027 viele neue Freunde, viel Aufmerksamkeit und vor allem die Chance, auch kommenden Generationen in unseren Wäldern erhalten zu bleiben.“

Der Schirmherr der Baum des Jahres Dr. Silvius Wodarz - Stiftung

Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft: Das Ziel von Baum des Jahres war es von Anfang an, die Menschen direkt anzusprechen und sie für den Schutz von Umwelt und Natur zu begeistern. Es geht darum, selbst aktiv zu werden und den Wert des Umweltschutzes auch konkret zu erleben – was liegt da näher, als Bäume zu pflanzen? Sie sind unsere  Verbündeten beim Klimaschutz. Ein Verbündeter ist uns die Stiftung in ihrem Anliegen, Menschen – und vor allem Kindern – die wunderbare Welt der Bäume näher zu bringen. Allen, die sich dort engagieren, um unsere Natur zu schützen und auch für künftige Generationen zu erhalten, gilt mein herzlicher Dank.

Aktuelles

Ein beliebter Park- und Straßenbaum wird Baum des Jahres 2024

Nicht im Wald, nicht in einem Park – die Ausrufung und die Pflanzung des Baumes des Jahres 2024 fand in diesem Jahr mitten in der Stadt an einer Straße statt. Und das aus gutem Grund: Die Echte Mehlbeere steht auf der Liste der Zukunftsbäume für die Stadt. Sie ist besonders tolerant gegen Trockenheit und Hitze und wird daher eine wesentliche Rolle in der zukünftigen Begrünung der Städte spielen.

Bei der Ausrufung unweit des Alexanderplatzes in Berlin waren zahlreiche Kuratoriumsmitglieder und Freunde des Baum des Jahres anwesend.
Unser herzlichen Dank geht an Frau Kerstin Ehlebracht und ihr Team sowie an das Team der Abteilung Stadtentwicklung Straßen- und Grünflächenamt Bezirksamt Mitte. Ohne Sie wäre diese Baumpflanzung nicht möglich gewesen.

Die Deutsche Baumkönigin auf der #IGW2023

Nach zweijähriger Pause öffnete die Internationale Grüne Woche Ende Januar wieder ihre Tore für Gäste und Aussteller aus der gesamten grünen Branche. Beim Empfang der Waldbesitzer am Vorabend der Messe-Eröffnung traf unsere Botschafterin die Deutsche Baumkönigin 2023, Johanna Werk, Spitzenvertreter und Akteure aus der Wald- und Forstbranche.

Beim Besuch des Branchenstandes der Deutschen Forstwirtschaft am Eröffnungstag, sprach Frau Werk mit Messegästen und Fachleuten über den Baum des Jahres 2023, die Moorbirke. Auch Schirmherr der Baum des Jahres Stiftung, Cem Özdemir, besuchte den Waldstand in Halle 27.