Die Flatter-Ulme (Ulmus laevis)

 

31. Baum des Jahres ist die FLATTER-ULME


Spricht man von Ulmen, denken die meisten wohl zuerst an das Ulmensterben im vergangenen Jahrhundert. Doch wo Berg- und Feld-Ulme insbesondere durch ihren dramatischen Rückgang traurige Berühmtheit erlangt haben, zeigt die Flatter-Ulme ein ganz anderes Gesicht.
Ulmus laevis unterscheidet sich nicht nur botanisch deutlich von ihren bekannteren Schwestern, sie erwies sich auch gegen die Ulmenkrankheit als deutlich widerstandsfähiger. Dass die Flatter-Ulme dennoch eine seltene Baumart in Deutschland ist, hat in erster Linie mit dem Verlust ihres Lebensraumes zu tun. An diesem ist der Mensch nicht unschuldig: Flussauen und überflutete Gebiete sind landwirtschaftlichen Flächen gewichen, Flüsse begradigt und Feuchtgebiete trocken gelegt. Die wasserbegleitende Flatter-Ulme ist heute am ehesten noch in größeren Flusstälern wie dem Oberrheingraben, entlang der Donau, und in der Rhein-Main-Ebene anzutreffen.

Rettungsfloß Flatter-Ulme?

Alle drei heimischen Ulmenarten mögen feuchte Standorte. Die Flatter-Ulme allerdings ist besonders „nah am Wasser gebaut“. Seit der letzten Eiszeit ist sie Teil unseres Ökosystems und hat sich unter verschiedensten Klimabedingungen bewährt. „Wir brauchen Baumarten, die den Herausforderungen klimatischer Veränderungen gewachsen sind.“ sagt die Deutsche Baumkönigin Caroline Hensel bei der Ausrufung im Berliner Zoo. Ulmus laevis kann bei der Revitalisierung von Bach- und Flussauen eine entscheidende Rolle einnehmen. Für Arten, die auf Ulmen angewiesen sind, ist die Flatter-Ulme ein regelrechtes Rettungsfloß. Auch im urbanen Bereich gibt es geeignete Standorte, auf denen der Baum des Jahres 2019 als widerstandsfähiger, attraktiver Stadtbaum punkten könnte: Viele Parks verfügen über Seen und wassergeprägte Bereiche, die ein geeignetes Biotop darstellen. „Nach Jahrhunderten der Lebensraumzerstörung ist es Zeit, die Flatter-Ulme neu ins Bewusstsein von Städteplanern und Forstleuten zu holen.“ so Hensel.

Neues in der Stiftung

2019 tut sich auch bei der Baum des Jahres Stiftung einiges: Stiftungsgründer Dr. Silvius Wodarz gibt sein Präsidentenamt an Vereinsvorstand Stefan Meier ab. Verein und Stiftung danken Herrn Dr. Wodarz für seinen langjährigen engagierten Einsatz. Mit Bundesministerin Julia Klöckner und der Deutschen Baumkönigin 2019 Caroline Hensel hat die Flatter-Ulme gleich zwei engagierte Frauen hinter sich. Die Baum des Jahres Stiftung freut sich, mit Bundesministerin Klöckner ab 2019 eine neue Schirmherrin gewonnen zu haben. Caroline Hensel wird als Botschafterin für die Stiftung und die Flatter-Ulme in ganz Deutschland unterwegs sein. „Ich freue mich auf das Jahr. Mein Ziel ist es, ein neues Bewusstsein für die Flatter-Ulme als Teil unserer urbanen Landschaft zu schaffen. Dafür setze ich mich ein.“ erklärt die angehende Försterin Hensel.

 

Hintergrundinformation

Der Volksmund nennt Ulmen auch Rüster. Die Flatter-Ulme ist ein hochgewachsener Baum (ca. 35 Meter) der Feuchtwälder und Flussauen. Zusammen mit Stiel-Eiche, Esche, Berg-Ahorn und Feld-Ulme prägt sie dort die sogenannten Hartholz-Auenwälder. Sie hält dauerhaft feuchten Böden und längere Überflutungsperioden problemlos aus. Ganz besonders: Die Flatter-Ulme bildet als einzige heimische Baumart Brettwurzeln aus. (Diese kennt man sonst von Urwaldriesen und dienen einer höheren Stabilität.) Auch wenn die Flatter-Ulme die Nähe des Wassers liebt, kommt sie auch auf trockeneren Standorten gut zurecht. Ihre Zweige dienten früher dem Vieh als Winterfutter. Wenn es um die Verarbeitung ihres Holzes geht, ist die Flatter-Ulme jedoch eher eine Diva: Das Holz punktet mit schöner Musterung und Zähigkeit, lässt sich jedoch schwer bearbeiten.

 

 

Die Flatter-Ulme ist seit 1989 der 31. Jahresbaum.

 

 

Eine Geschichte zur Flatter-Ulme erzählen wir Euch hier
"DER DIEB IM AUWALD" >>

 


Mehr Informationen zum Baum des Jahres 2019,
die Flatter-Ulme erfahrt Ihr hier 

 

 


 

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Alle Modelle in diesem Heft wurden von jungen Nachwuchsdesignern der Klasse 4b der Käthe-Kollwitz-Grundschule Greifswald kreiert. Wir wünschen viel Spaß beim Durchblättern dieser Ausgabe!