Alter - Boden - Verbreitungsgebiet

Der Wacholder wächst sehr langsam, da er sich mit all seinen Seitenzweigen zu sehr verausgabt. Baumförmige Exemplare erreichen in 10 Jahren meist nur eine Höhe von 1 m. Mit 500-2000 Jahren kann er aber sehr alt werden und wird dabei in Europa nur noch von der Eibe übertroffen.
Er erträgt tiefe Winterkälte und hat sehr geringe Ansprüche an den Boden. Eigentlich kann er überall wachsen. So verträgt er sowohl lehmige als auch sandige Böden, die trocken oder wechselfeucht sind, und selbst auf nassen Hochmoorstandorten kommt er vor. Üppig wird er allerdings nur auf mäßig saurem Boden, der sandig und relativ trocken ist. Na, wissen Sie noch welches Geschlecht hier häufiger ist? Auf armen, trockenen Böden tritt er oft in schlanken, zypressenartigen Wuchsformen in Erscheinung, vor allem in Skandinavien.
Was das Entscheidende ist: er braucht wegen seines hohen Lichtbedarfes eine vollsonnige, exponierte Lage. Und kaum eine Baumart ist so trockenheitsresistent wie der Wacholder.
Er ist rund um die Nordhalbkugel verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet reicht in Europa im Norden von der Küste des Eismeeres bis in den Süden nach Zentralspanien, Sizilien, dem Peloponnes und zu den nordafrikanischen Gebirgen. Außerdem kommt der Wacholder in Südgrönland und in Nordamerika vor. Meist tritt er gruppen- und herdenweise auf.

Vorkommen und Lebensraum

Juniperus communis ist von der Ebene bis in die Hochalpen verbreitet. In den Alpen kann man ihn häufiger bis in Höhen von 1500-1600 m antreffen, als absolutes Maximum der Höhenverbreitung in den Alpen gelten 3570 m, womit er das am höchsten steigende Gehölz Europas ist.
Er braucht in seinem großen Verbreitungsgebiet für ein häufigeres Vorkommen sehr offene Landschaften wie Sand-, Fels-, Schotter-, Trockenfluren, Heiden oder Macchien oder sehr lichte Kiefern- oder Eichenwälder. In Heiden und Magerrasen wird der Wacholder als Weideunkraut wegen der stechenden Nadeln selbst von Schafen gemieden. Auf intensiv beweideten Flächen gelingt die Verjüngung anderer Baumarten, wie z.B. Eberesche, Sandbirke oder Traubeneiche oft nur im Schutz der im Alter auseinanderfallenden Kronen des Wacholders, so dass ihm hier eine wichtige Bedeutung in der Waldentwicklung zukommt (Ammenverjüngung). Wenn die Beweidung auf diesen Magerstandorten fehlt, kommt es sofort zur natürlichen Wiederbewaldung, und der Wacholder wird schließlich durch Beschattung verdrängt. Kümmernde Exemplare in heute geschlossenen Wäldern weisen daher auf frühere Heideflächen an diesen Stellen hin. Bis ins 16. Jahrhundert war er viel häufiger in der Landschaft wegen der weit verbreiteten Weide und großflächigen Rodungen. Will man dieses heute seltene Gehölz in der Landschaft erhalten, so müssen entsprechende Flächen durch Schafbeweidung offengehalten werden. Andere Pflegemaßnahmen (z.B. Entfernung der übrigen Gehölze oder Mahd) können auf Dauer den Bestand nicht sichern, weil es kaum zu Verjüngungen kommt.
Der Wacholder bietet Lebensraum für eine Reihe von Insekten (z.B. Wacholderprachtkäfer, -miniermotte und -borkenkäfer) und Pilzen (z.B. verschiedene Rostpilzarten). Im Frühling dienen die männlichen Blüten als Pollenspender für Bienen. Auch als Vogelschutz- und -nährgehölz ist er wertvoll, und im Winter schafft erzusätzlich einen Zufluchtsort für das Wild.