Nutzung und Verwendung

Holzbeschreibung und Verwendung

Die Buche gehört wie die Esche zu den sogenannten Kernholzbäumen mit unregelmäßiger Farbkernbildung bzw. nach neuer Terminologie zu den „Bäumen mit fakultativer Farbkernbildung“. Entsprechend sind Splint- und Kernholz teils von einheitlicher blaßgelblicher bis rötlichweißer Färbung, teils ist ein in Intensität der Färbung, Form und Ausmaß unregelmäßiger, auf dem Querschnitt mehrzoniger oder wolkig abgestufter rotbrauner Farbkern, der sog. Rotkern oder Falschkern der Buche, ausgebildet. Der Splint bzw. die farbkernfreie Zone sind allgemein sehr breit, da die Rotkernbildung zumeist erst im höheren Baumalter ab etwa 80 Jahren einsetzt. Es handelt sich dabei um einen rein physiologischen Vorgang und eine normale Alterserscheinung, die standörtlich bedingt früher oder später einsetzt. Insbesondere nimmt im Baumalter von 100 bis 130 Jahren das Auftreten des Rotkernes sprunghaft zu und im Baumalter von über 150 Jahren sind – von Ausnahmen abgesehen – 80 bis 100 % der Bäume rotkernig.
Buchenholz wird sowohl als Stammholz als auch Schnittholz häufig gedämpft (s. u.), wodurch das hellfarbige, farbkernfreie Holz eine gleichmäßig rötliche bis rötlichbraune Farbe annimmt.

Im Handel ist Buche als Rundholz, gedämpftes und ungedämpftes Schnittholz sowie in Form von Furnieren erhältlich. Buche liefert einerseits ein begehrtes Spezialholz für zahlreiche Einsatzgebiete, andererseits ist sie neben Fichte und Kiefer das am meisten eingesetzte Industrieholz. Mit rund 250 bekannten Verwendungsbereichen ist Buche in den letzten Jahrzehnten zur am vielseitigsten verwendeten Holzart unter den einheimischen Nutzhölzern geworden.
Nur beschränkte Eignung – außer druckimprägniert als Schwellenholz – besitzt sie allerdings wegen ihres ungünstigen Stehvermögens und ihrer geringen natürlichen Dauerhaftigkeit im Außenbereich als Bau- und Konstruktionsholz in Form von Massivholz.
Zu den Haupteinsatzbereichen der Buche zählt die Möbelfabrikation. Eingesetzt sowohl als Massivholz als auch als Sperrholz, Formsperrholz und Formschichtholz dient Buchenholz vor allem für die Herstellung von stark beanspruchten und damit harte und widerstandsfähige Oberflächen verlangenden Gebrauchsmöbeln.

Besondere Erwähnung
verdienen die aus dampfgebogenen Buchenhölzern gefertigten Bugholzstühle, die nach ihrem Erfinder, dem Bopparder Tischlermeister Michael Thonet, auch als Thonet-Stühle bezeichnet und seit nunmehr fast 150 Jahren nach dem von ihm entwickelten Prinzip des Biegeverfahrens produziert werden.

Ein weiterer wichtiger Verwendungsbereich für das Buchenholz stellt der Verpackungs- und Transportsektor dar. Massiv und teils auch als Sperrholz dient es insbesondere zur Herstellung von Paletten.
Phenolharzbeschichtete Buchen-Multiplexplatten bilden die Stirn- und Seitenwände gedeckter Güterwagen der Deutschen Bahn AG.