Heilkunde, Mythologie und Brauchtum

Eigenartig ist die Tatsache, daß die Buche trotz ihrer großen Verbreitung im Volksglauben nur eine untergeordnete Rolle spielt. Von den wenigen bekannten Beispielen seien einige genannt.

Um das spätere Winterwetter zu ergründen, muß zu Beginn des Monats November mit der Axt in eine Buche gehackt werden. Bleibt die Wunde trocken, so muß mit einem strengen Winter gerechnet werden.

Buchenholz im Neumond gehauen, ist dauerhaft und wird vom Wurm nicht leicht zerfressen. Viele Bucheckern im Herbst bedeuten einen strengen und harten Winter oder ein Mäusejahr; daher der Schweizer Spruch: „Vil Buech, vil Fluech“.
In der Naturheilkunde finden die Rinden von zwei- bis dreijährigen Zweigen (geschält im Februar) und das Holz Verwendung. Ein Aufguß von Buchenrinde hat fiebersenkende, adstringierende und antiseptische Wirkung; er wird auch bei Erkrankungen der Atemwege sowie bei Verletzungen und Infektionen der Mundschleimhaut verwendet. Verbrennendes Buchenholz hat durch das darin enthaltene Kerosot eine stark desinfizierende Wirkung.

Die weite Verbreitung und das häufige Auftreten der Baumart hatten einen großen Einfluß auf die Namensgebung von Ortschaften, Landschaften, Talschaften und Gemeinden. So sollen allein in der Schweiz über 700 geographische Bezeichnungen in ihrem Wort den Ausdruck „Buche“ enthalten. Dazu einige Beispiele: „Buchthalen, Bucheggberg, Schönenbuch, Buch a. I. und Buochs“. Nach dem Volksglauben werden die Buchen nur selten vom Blitz getroffen. Beschriftete Buchenholztafeln, welche zusammengeheftet wurden, haben dem „Buch“ seinen Namen gegeben.