Vorkommen, Verbreitung

Hinsichtlich der ihr zusagenden Standorte ist die Eberesche außerordentlich variabel. Sie kommt zwar am meisten auf nährstoffarmen, humosen und lockeren Lehmböden vor, kann jedoch genauso Torfböden oder Felsen und Kalkböden besiedeln. Eigentlich hat sie nur auf schlecht durchlüfteten, nassen Böden Probleme.
Da diese Baumart lichte Standorte bevorzugt und nur in der Jugend schattentolerant ist, dagegen jedoch nur eine geringe Höhe und ein begrenztes Alter erreicht, wird sie aufgrund ihrer daraus resultierenden Konkurrenzschwäche in geschlossenen Beständen stets an die Waldränder verdrängt.

In klimatischer Hinsicht ist die Eberesche besonders tolerant, was sich auch in ihrer Höhenverbreitung bemerkbar macht. So findet man sie von der Tiefebene bis in die Gebirge, ja sogar über die Waldgrenze hinaus – in Tirol gar bis auf 2400 m! Sie ist die einzige Baumart, die bei sehr niedriger jährliche Wärmesumme noch ein zufriedenstellendes Wachstum zeigt. Dabei kommt ihr sicherlich zugute, daß sie nach dem Laubfall mit ihrer Rinde weiter Photosynthese betreiben kann. Außerdem ist sie im Gegensatz zu vielen anderen Baumarten nicht auf Mykorrhiza (Pilzpartner im Wurzelraum) angewiesen. So wandert sie auch von allen Laubgehölzen am weitesten nach Norden.

Aus dem großen Verbreitungsgebiet der Eberesche werden verschiedene Unterarten beschrieben, einige Autoren wollen sie sogar als eigene Art abgrenzen, was aber nicht korrekt ist. Besonders bemerkenswert ist die Süße Eberesche (Sorbus aucuparia var. moravica), die zuerst 1810 in Nordmähren entdeckt wurde. Ihre größeren Früchte sind im Gegensatz zur typischen Ausprägung der Art auch roh schmackhaft (sie erinnern angenehm an Preiselbeeren) und besitzen einen mit 10 % deutlich höheren Zuckergehalt, außerdem gibt es noch eine größere Zahl von Gartenformen, die sich in Blattform, Blattfarbe und Wuchsform unterscheiden.