Nutzung, Verwendung und Gesundheit

Das Holz ist ringporig, d.h. die Jahrringe sind wegen des Wechsels weitlumiger Frühholzporen und englumiger dickwandiger Spätholzzellen sehr gut zu erkennen. Die Esche entwickelt in höherem Alter einen hellbraunen Kern, der von einem hell gelblichen, breiten Splint umgeben ist. Nimmt die Verkernung stärkere Ausmaße an, erinnert das Holz an den nahe verwandten Ölbaum: die sog. Oliveschen werden teuer bezahlt. Das Holz ist allerdings der Witterung ausgesetzt nicht sehr dauerhaft und wird dann leicht von Pilzen und Insekten befallen. Bei den holztechnischen Eigenschaften weist die Esche eine besonders hohe Zugfestigkeit auf, die nahezu doppelt so hoch ist wie die der Eiche und der Ulme (anderen einheimischen, ringporigen Hölzern). Auch die Biege- und die Schlagfestigkeit liegen deutlich über den Werten von z.B. der Eiche.

Das Eschenholz zählt seit langem zu den wertvollsten Hölzern des mitteleuropäischen Waldes. Daher wird es forstlich zusammen mit anderen Baumarten auch als Edellaubholz bezeichnet. Die wichtigste Verwendung ist heute die Herstellung von Sportgeräten, Werkzeugstielen, Möbeln (Biegemöbel) und Deckfurnieren. Beim Kauf von Gartengeräten sollten Sie auf den Eschenstiel achten - der hält wenigstens!

Früher wurde das Holz besonders in der Wagnerei und Tischlerei zu Radreifen, Schlittenkufen, Achsen, Deichseln, Rudern, Schneeschuhen, Ackergeräten, Gerätestielen, Möbeln, Musikinstrumenten, Turngeräten etc. verwendet. Aufgrund der besonders hohen Toleranz des Holzes gegenüber Stoßbeanspruchung fand es in der Stellmacherei vor allem für die Felgenteile des Radkranzes Verwendung. Auch Waffen (Bögen und Speere) wurden reichlich daraus hergestellt. Sogar die Pfeile des römischen Liebesgottes Amor sollen aus Eschenholz gewesen sein…

Rasch ihm folgte sein Volk mit rückwärts fliegendem Haupthaar,
Schwinger des Speeres,
und begierig mit ausgestreckter Esche
Krachend des Panzers Erz an feindlicher Brust zu zerschmettern.
(Homer, Ilias, 2. Gesang)

Früher war Eschenlaub ein wichtiges Winterfutter für das Vieh und wurde teilweise an eigens dafür angelegten Schneitelbäumen gewonnen, indem es im Sommer geschnitten und getrocknet wurde. Diese Verwendung des Eschenlaubes für Futterzwecke ist so alt, dass in der germanischen Mythologie bereits davon erzählt wird. Viele sehr alte Eschen in der Nähe von Bauernhöfen und Burgen gehen darauf zurück. Und in den Alpen werden kranke Tiere noch bis heute mit Eschenblättern als Krankenkost gefüttert.

In der Heilkunde haben die Blätter bei Rheuma und Gicht Bedeutung, indem man daraus Tee zubereitet. Dieser gilt zudem als blutreinigend und wassertreibend. Schon der Kräutervater Hieronymus Bock meinte im 17. Jahrhundert:"Viele lehren, wann man Eschenlaub zerstößt und etliche Zeit den Saft mit Wein trinkt, das soll die feinen Leute mager machen. Ich hab's nicht versucht, dürfte wohl, dass ich das Gegenteil bräuchte." Zusammen mit Wacholderbeeren kann man aus Eschenblättern den Eschengeist herstellen (Rezept gegen Einsendung eines Eschen-Gedichtes beim Autor erhältlich). Auch zum Bierbrauen ist die Esche geeignet.

Die abgeschabte Rinde junger Bäume wurde Fieberkranken als Tee eingeflößt. Aus jungen, noch klebrigen Blättern lassen sich leckere Salate herstellen. Wenig bekannt ist die blutstillende Anwendung als Wundholz (wie Chinarinde), indem man Schnittwunden bei der ersten Hilfe mit frischen Eschenrindenstreifen verbindet. Schwarztee lässt sich in Notzeiten durch getrocknete und gestampfte Eschenblätter ersetzen. Eschenlaub in Schuhe gelegt, soll müden Füßen vorbeugen.