Name

-Den wissenschaftlichen Name Populus (mit langem o) hat die Pappel von den Römern erhalten. In der Antike galt die Pappel als Baum der Trauer und der Unterwelt. Nach altem Aberglauben können Pappeln Fieber abwehren.

Sektionen

Die Pappeln werden aufgrund ihrer Artenzahl und Bastardierung für eine bessere Übersichtlichkeit in fünf sog. Sektionen eingeteilt, die sich in ihrem ökologischen Verhalten unterscheiden. Dabei ist die anspruchsvollste Sektion nach der Schwarz-Pappel benannt worden.

1947 wurde der Deutsche Pappelverein gegründet, um die Möglichkeiten der Pappelzüchtung und -verwendung gezielt zu untersuchen und zu fördern. Heute sind Pappeln die Modell-Baumart, an der Methoden der Gentechnik zum Einsatz kommen. Es ist aber nicht an einen großflächigen Einsatz gentechnisch veränderter Pappeln gedacht, sondern man nutzt diese Methoden derzeit vor allem, um mehr über die Steuerung des Baumwachstums und von Baum-/Holzeigenschaften zu ergründen. So wurde 2004 der genetische Code der Amerikanischen Balsam-Pappel als erster Baumart vollständig aufgeklärt.
An keiner anderen Baumgattung scheiden sich so die Geister. So kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Hochs und Tiefs des Pappelanbaus.

Auf der einen Seite gibt es begeisterte Pappelfans, die aus Anlass jedes neugeborenen Kindes eine Pappel pflanzen, für Beachtung, Respekt und Bewunderung dieser Baumgattung kämpfen und sich an Pappeln ketten, wenn diese abgesägt werden sollen. Bei anderen Mitmenschen sind sie hingegen wegen ihres plantagenartigen oder reihenförmigen Anbaus verschrien. Dabei sollte man jedoch sachlich bleiben. Denn Pappeln werden i.d.R. nicht anstelle von Wald, sondern statt landwirtschaftlicher Kulturen auf Stilllegungsflächen angepflanzt. Sie stehen daher auch nicht in direkter Konkurrenz zur Forstwirtschaft, sondern zu landwirtschaftlichen Monokulturen. Im Vergleich zu diesen schneiden sie aber ökologisch weitaus günstiger ab.
Zudem ist in naher Zukunft mit einem verstärkten Holz- und Papierbedarf zu rechnen, für den schnellwüchsige Baumarten durchaus Bedeutung haben können.

Auf der roten Liste!!

Negative Kommentare beziehen sich allerdings nie auf die Schwarz-Pappel. Bei ihr geht es vielmehr darum, die wenigen verbliebenen Altbäume zu erhalten und zu schützen sowie diese seltene Art wieder häufiger zu pflanzen und zu verwenden. Dafür haben sich bereits Initiativen gebildet, z.B. Anfang der 1990er Jahre der europaweite Forschungsverbund 'Populus nigra Network'. Deutschland arbeitet seit 1998 an diesem Programm zur Erhaltung der Schwarz-Pappel mit. Vor allem an Rhein, Elbe, Weser und Oder muss durch Renaturierungen wieder mehr für die Schwarz-Pappel getan werden. Dies ist allerdings leichter gesagt als getan, denn dazu gehören auch naturnahe Auen. An der oberen und mittleren Elbe wird stattdessen immer wieder bis zum heutigen Tage über den Bau von Staustufen für eine bessere Schiffbarkeit des Flusses diskutiert, was die Überlebenschancen der Schwarz-Pappel dort weiter verringern würde.
Zur Förderung der Schwarz-Pappel sind folgende Maßnahmen notwendig (die inzwischen in verschiedenen Bundesländern eingeleitet worden sind): Kartierung/Erfassung der Vorkommen, Stecklingsanzucht und Auspflanzung in kleinen Gruppen sowie Schutz gegen Wildverbiss. Für eine natürliche Ausbreitung sind mehr Rohboden-Flächen in Fließgewässernähe notwendig. Ein Erhalt der genetischen Vielfalt kann durch künstliche Bestäubung weit entfernt stehender Bäume erreicht werden.

Gedicht über Pappel

Licht. Zeit. Pappeln. Von Gisela Behrendt (2004)

Das Schönste auf der Welt
– sind die Pappeln.

Wesen anderer Welten
Wenn sie dem Himmel entgegen wachsen
Die Wasser in sich spiegeln
Die Wolken höhendurstig berühren
Mit den Vögeln plaudern
Die Felder lustig umtanzen
Des Menschen Geist erobern
Und die weite Landschaft toscanisch verzaubern.



Wir können also feststellen: Schwarz-Pappeln benötigen dringend mehr Beachtung, Schutz und Pflege. Dann könnte es in der Zukunft wieder eine ungefährdete Baumart werden. Helfen Sie mit dabei, dies zu erreichen?!