Charakteristika, Erkennungsmerkmale

Die Stieleiche mit ihren knorrigen, weit ausladenden und oft horizontal abstehenden Ästen bildet eine mächtige, unregelmäßige und starkästige Krone. Normalerweise wird sie bis 500 Jahre alt; 700- bis 1200jährige Bäume sollen aber auch möglich sein. Die Wuchshöhe beträgt 30–35 m, in Ausnahmefällen 60 m. Dank einer langen, tiefreichenden und kräftigen Pfahlwurzel weist der Baum eine sehr gute Sturmfestigkeit auf.
In der Jugend haben die Eichen ein rasches Höhenwachstum, welches mit 100–200 Jahren abgeschlossen ist. Das Dickenwachstum hält dagegen an. Oft entspringen dem Stamm wenige Meter über dem Boden zahlreiche Äste, die, werden sie nicht geschnitten, dem Baum ein beinahe zweistöckiges Aussehen verleihen.

In der Jugend besitzt der Baum eine glatte, glänzende und bräunlich bis weißgraue Rinde. Sie verwandelt sich später zu einer dunkelbraunen bis schwärzlichen und längsrissigen Borke.

Am Ende neuer Triebe liegen in Büscheln zusammengefaßt wechselständig angeordnete, 6–16 cm lange und sehr kurz gestielte Laubblätter. Zusammen mit den Blättern erscheinen im Mai an vorjährigen Trieben lockerblütige, 2–5 cm lange, gelblichgrüne, schmale und hängende männliche Kätzchen. Über ihnen, an den Neutrieben, folgen zunächst einige Laubblätter und dann die weiblichen Blütenstände.

Im Nachsommer reifen die eiförmig geformten, stärke- und gerbstoffreichen und einsamigen Früchte heran. Sie fanden geröstet als Kaffee-Ersatz, zur Branntweingewinnung und in außergewöhnlichen Notzeiten auch zur Brotbereitung Verwendung.