Heilkunde, Mythologie und Verwendung

Die Rinde junger Äste, Blätter und Früchte findet in der Naturheilkunde Verwendung. Gemahlen oder als Sud wirkt sie blutstillend, fiebersenkend, antiseptisch und stärkend (tonisch). Geröstete, gemahlene Eicheln als Eichelkaffee oder -schokolade helfen bei Durchfall, Darm- und Magenschwäche.

Fallen viele Eicheln im Herbst auf den Boden, so deutet dies nach einer alten Regel auf einen langen und harten Winter hin. Ähnliche Verhältnisse stehen bevor, wenn die Eichen ihr Laub lange behalten oder die Eicheln tief in ihren Fruchtbechern stecken.

Tragen Eichen viele Früchte, so deutet dies auf eine gute Ernte hin; ein landwirtschaftlicher Aberglaube, der sich bereits in der Antike nachweisen läßt.

Die Eiche behauptet in der Überlieferung den ersten Rang unter den Bäumen. Sie galt in Griechenland und Italien als „erste Pflanze“, auf die auch der Ursprung der Menschen zurückgeführt wurde. Eine besondere Bedeutung erhielt die Eiche durch die enge Beziehung zum Himmelsgott. So war sie bei den Griechen dem Zeus, bei den Römern dem Jupiter und in Germanien dem Donner- und Gewittergott Donar geweiht. Der Grund dafür wird wohl darin zu suchen sein, daß die Eichen unter den einheimischen Baumarten besonders häufig vom Blitz getroffen werden.

Im Zuge der Christianisierung wurden viele heilige Eichen gefällt.
So ließ Bonifatius (von Papst Gregor II. 732 n. Chr. zum päpstlichen Vikar des ganzen ostfränkischen Missionsgebietes erhoben) die dem Donner- und Gewittergott Donar heilige Eiche bei Geismar fällen, um damit zu zeigen, daß er sich nicht vor Donar fürchtete.