Deutsche Name Kiefer


Der deutsche Name Kiefer ist erst im 15. Jahrhundert aus der Zusammensetzung der Wörter "Kien" (= harzreiches Holz) und Föhre entstanden. Martin Luthers Bibelübersetzung gilt als frühestes schriftliches Zeugnis, in dem die Kiefer Erwähnung findet (in JESAJA 41, 19).

Vielleicht benutzen auch Sie munter die Wörter Kiefernhöhlen, Kiefernorthopäden und Kiefernchirurgen. Diese Begriffe haben natürlich mit dem Kiefer beim Menschen zu tun – doch oft werden sie falsch mit dem "n" in der Mitte gesprochen oder gar, auch von den Berufsvertretern und -verbänden selbst, so geschrieben… Die Mehrzahl von dem Kiefer heißt aber Kiefer (ohne „n“)! Da könnte im Jahr der Kiefer mal etwas korrigiert werden…

Bernstein das "Gold des Nordens"

Die Volkssage kennt alte Föhren, bei denen es nicht "mit rechten Dingen" zugeht: Hexenkiefern, in denen Hexen oder gar der Teufel wohnen.
Vielleicht wussten Sie auch schon, dass Baltischer Bernstein, das "Gold des Nordens", etwas mit Kiefern zu tun hat: er ist erhärtetes Harz von Kiefern, die vor 50 Millionen Jahren gewachsen sind. Kein anderes Naturerzeugnis hat die Menschheit über Jahrtausende so fasziniert. Er schimmert in goldenen Farbtönen, schwimmt im Meerwasser, ist brennbar und enthält lange vergangene Zeiten – ein Fenster in die Vergangenheit. Bernstein wurde schon in der Steinzeit gesammelt. Er entsteht durch schnelle Einlagerung von Harz in Meeressedimente bei weitgehendem Luftabschluss.
Das Harz muss in Gewässer gelangt und von dort bei Überschwemmungen ausgespült und in die Ostsee verfrachtet worden sein. Beeindruckend sind Einschlüsse von Insekten und Pflanzenresten, sog. Inklusen. Zu welchen Phantasien diese führen können, weiß jeder, der den Film 'Jurassic Park' von STEVEN SPIELBERG gesehen hat.

Die Nadeln der Kiefer sind sehr gut an Trockenstress angepasst. Zudem können sie Wasser direkt aus der Luft aufnehmen (z. B. Tau); man kann Kiefern durch Besprühen der Kronen bei fehlender Bodenwasserversorgung am Leben erhalten.
Kiefern führen tendenziell zur Austrocknung des Bodens, da ein relativ hoher Niederschlagsanteil in den Kronen hängen bleibt, von dort wieder verdunstet oder auch direkt von den Nadeln aufgenommen wird und daher den Boden nicht erreicht. Wenn Sie sich also ein trockenes Plätzchen im Garten schaffen wollen, pflanzen Sie eine Kiefer!


Gedicht über die Wald-Kiefer

Mittag

Am Waldessaume träumt die Föhre,
am Himmel weiße Wölkchen nur;
es ist so still, dass ich sie höre,
die tiefe Stille der Natur.
Rings Sonnenschein auf Wies' und Wegen,
die Wipfel stumm, kein Lüftchen wach,
und doch, es klingt, als strömt eine Regen
leis' tönend auf das Blätterdach.
(Theodor Fontane)

Im Jahr 2007 steht also keine seltene, sondern eine besonders schöne Baumart im Mittelpunkt, die schon viel mitgemacht hat und auch heute viel erträgt. Aber eben nicht alles.