Nutzung, Verwendung und Heiklunde

Das relativ schwere Holz weist einen breiten graubraunen Farbkern auf, der auch tief schwarzbraun sein oder wolkige Strukturen zeigen kann. Das macht das Holz so gesucht und treibt den Preis. Die Färbung variiert erheblich und ist vom Alter und Standort abhängig. Der Bedarf in Deutschland kann nicht annähernd aus eigener Erzeugung gedeckt werden, es handelt sich um eines der wertvollsten Hölzer. Will man die besonders geschätzten unteren Stammkröpfe von Pfropfungen oder den knolligen Wurzelstock für Maserholz nutzen, werden die Bäume nicht abgesägt, sondern mit den Wurzelstöcken ausgegraben, was auch als "austopfen" oder "auskesseln" bezeichnet wird und ziemlich ungewöhnlich aussieht. Das gibt es bei keiner anderen Baumart!
Nussbaum ist das Holz der Künstler. Es wird für Furniere, Möbel, Innenausstattungen und kleine Gebrauchsgegenstände verwendet, ferner werden daraus Uhrengehäuse, Musikinstrumente, Parkett, Schachfiguren und Drechslerwaren hergestellt sowie alles, wofür eine dunkelbraune Färbung erwünscht ist. Es war und ist charakteristisch für viele Biedermeiermöbel. Was bei anderen Baumarten als "Holzfehler" zur Entwertung führt, ist bei Walnussholz besonders gesucht (z.B. Krümmungen, Astgabeln, Knollen und Kröpfe). Es eignet sich als Ersatz für hochwertiges Tropenholz wie Palisander, daher wird seine Bedeutung weiter zunehmen, denn die letzten Tropenholzbestände sind ja inzwischen leider selten geworden.

Nutzung für den Wald

Wer sich jemals eine Flinte oder Büchse zulegt, wird hoffentlich Wert auf den Nussbaumschaft legen, denn es gibt dafür nichts Schöneres als Walnuss-Maserholz. Das war schon früher zu Armbrustzeiten so, daher lichtete jeder Krieg die Bestände. Diese und andere Nutzungen führen dazu, dass sich – wenn man es weiß und gut handeln kann – selbst kleinste  Nussbaumholzmengen verkaufen lassen, ja sogar krumme Äste nimmt der Holzkäufer noch mit.

Für eine schnelle Holzproduktion ist eine reiche Fruchtentwicklung eher nachteilig, da dafür dann Reservestoffe "verloren gehen". Andererseits eignet sich die Walnuss im Weitstand für Agroforstkulturen, also den Mischanbau von Bäumen mit landwirtschaftlichen Pflanzen.

Nüsse - Erwerbsanbau, Lagerung, Varietäten, Nähr- und Inhaltsstoffe, Färbemittel

Aber noch wichtiger für die Nutzung als das Holz sind die Nüsse. Die Walnuss gehört zusammen mit Haselnuss, Esskastanie und Mandel zum so genannten Schalenobst. Walnüsse fehlen auf keinem Weihnachtsteller. Nusserwerbsanbau wird in Weinbauklimaten Europas (und Asiens, ja sogar Nordamerikas) bei Jahresmitteltemperaturen um 10° C seit rund 2.000 Jahren betrieben und erbrachte im Jahr 1978 weltweit eine Ernte von fast 800.000, im Jahr 2005 etwa 1,5 Millionen Tonnen! Pro Baum und Jahr können bis zu 100 kg Früchte geerntet werden, das sind bis zu 5.000 Nüsse. 40- bis 80-jährige Bäume tragen am meisten, der Pflegeaufwand ist gering. In Deutschland war die Walnuss bis vor 100 Jahren viel häufiger als heute, der Bestand ist dann aber durch Übernutzung und fehlende Nachpflanzungen stark zurückgegangen – in der Schweiz, wo man genaue Zahlen hat, in den letzten 50 Jahren um 75%! Von den vergangenen Zeiten zeugen noch viele Ölmühlen, die früher auch Walnüsse verarbeitet haben.

Zur Lagerung sollte man die Nüsse von der weichen Fruchthülle befreien, mehrere Tage an der Sonne trocknen oder 2-3 Wochen luftig und trocken aufbewahren und wenden. Durch die Trocknung muss sich das Gewicht etwa um die Hälfte verringern. Das ist unbedingt zu beachten, da die Nüsse sonst schimmeln können! Danach kann man sie in luftdurchlässigen Netzen kühl ein Jahr aufbewahren. Die Keimfähigkeit geht allerdings bereits nach 6 Monaten verloren. Längere Lagerung bis zu 3 Jahren ist bei Tieffrieren der Samen (ohne Schale) möglich. Unreife Nüsse werden schon im Juli zur Likörherstellung geerntet, sie sind dann noch unverholzt.

Aufgrund der Nussform und der Baumgestalt werden mehr als 100 Varietäten der Walnuss unterschieden, z.B. die Große Steinnuss, die Kleine Runde oder die Riesenwalnuss. Spät austreibende Varietäten haben Vorteile gegenüber Spätfrösten. "Auch bestimmte Sortenbezeichnungen haben sich wie im Obstbau eingebürgert, z.B. sind von besonderer Qualität 'Seifersdorfer Runde', Moselaner Walnuss, Spreewalder Nuss, Rote Donaunuss und 'Esterhazy'."
Im professionellen Nussanbau werden die Bäume veredelt, d.h. es wird ein Zweigstück besonders ertragreicher Bäume auf eine junge Nussbaum"unterlage" gepfropft, so dass beide miteinander verwachsen.

Walnüsse sind wegen ihrer Nähr- und Inhaltsstoffe etwas ziemlich Einmaliges: sie enthalten etwa 60% Fett, 20 % Eiweiß, viel Vitamin B1 und C, Spuren von Vitamin B2, A und E sowie reichlich Mineralstoffe (u.a. Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium, Phosphor). Daher genügen wenige Walnüsse in der Tasche für eine Tagesration als Notanker in Krisenzeiten. Jeden Tag zwei Walnüsse essen soll sich durchschlagend positiv auf das Befinden auswirken. Nüsse von starkwüchsigen Bäumen sind nicht so aromatisch wie solche von langsamer wachsenden, und es gibt große Unterschiede zwischen den Varietäten und Herkünften. Sie werden für Backwaren, Eis, Konfitüren und Mus verwendet, und man kann eines der hochwertigsten Öle daraus herstellen (aus 5 kg Nüssen 1 Liter Öl). Das sollten Sie wegen seines nussartigen Geschmackes unbedingt mal probieren, gibt es z.B. in Bioläden und Reformhäusern.

Halbreife, bis Ende Juni gesammelte Walnüsse und Nusslaub gehören zu den Vitamin C-reichsten Pflanzenteilen überhaupt (Gehalt bis 1% und damit doppelt so hoch wie bei Orange und Zitrone).

Aus den grünen Fruchthüllen, Blättern und der Rinde werden Gerb-, Beiz- und Färbemittel hergestellt. Oder Nussöl aus den Kernen für die Ölmalerei. Mit Blättern und Fruchthüllen lassen sich Haare braun färben (manchmal werden sie dann allerdings auch schwarz), Walnussschalenextrakt wird für Bräunungscremes sowie für Haut- und Massageöle verwendet.
Übrigens: Vorsicht, wenn Sie sich die ganzen Früchte mit der fleischigen Fruchthülle in die Hosentasche stecken. Die Hose können Sie dann wegwerfen, oder besser Sie sollten es tun, denn die Fruchthülle ist ein altbekanntes intensives Färbemittel für Brauntöne.

Medizinale Wirkung - Tabakersatz

Die medizinale Wirkung ist überwältigend: die Inhaltsstoffe des Nussbaumes gelten als blutreinigend, wurmtreibend, nervenstärkend, schweißregulierend, leistungssteigernd, heilend und konzentrations-fördernd – was wollen Sie mehr? Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker… Bei Hautkrankheiten (Ekzemen, Ausschlägen, Akne, Herpes) nützt Walnussblättertee, über längere Zeit
2-3 Tassen täglich. Auch gegen innere Krankheiten ist der Tee hilfreich, wie auch Walnussbäder.
Aus den Fruchthüllen kann man ein Haut- und Massageöl herstellen.
Der Same wurde aufgrund seiner Ähnlichkeit mit dem menschlichen Gehirn früher gegen Gehirnerkrankungen eingesetzt und genoss als gedächtnisstärkendes Mittel Ansehen ("Studentenfutter").
Mit dem Duft zerriebener Blätter wurden Krankenzimmer parfümiert. Gegen "männliches Unvermögen" hilft eine Tinktur aus Walnussschalen, -rinde und Weingeist (aber die Mischung muss stimmen!).

Walnuss-Essenz ist in der Bachblüten-Therapie gut für Menschen, die neue Wege einschlagen und die Vergangenheit hinter sich lassen wollen. Da ist also im Jahr der Walnuss einiges zu erwarten.
Es gibt Rezepte für Walnussblätter-Tee, -Aufguss, -Bad, -Wein, Walnussschalen-Sirup, -Hautöl, Walnussgeist, -likör, -wein und -korn, Walnusskätzchensalbe und Walnusshaarkur. Einige Rezeptbücher befassen sich ausschließlich mit Walnüssen, es gibt also eine ungeheure Vielfalt der Verwendung. Wenn Sie in eine Internet-Suchmaschine die Begriffe 'Walnuss' und 'Rezepte' eingeben, kommen über 500.000 Meldungen – viel Spaß beim Ausprobieren! "Nusskreuzchentee" wird aus der inneren Kammerwand der Walnüsse hergestellt und wirkt entspannend und gegen Herzschwäche.

Nussbaumblätter sind in schwierigen Zeiten ein guter Tabakersatz. Und etwas ganz Besonderes ist der Nußbacher Nussgeist aus Nußbach in Oberösterreich – ein Ort, der sich ganz der Walnuss und der Likörproduktion verschrieben hat.