Charakteristika, Erkennungsmerkmale

Woran erkennt man denn nun eine Wildbirne? Zunächst einmal fallen Birnbäume ganz allgemein durch ihren wohl einmaligen Habitus auf, der sich durch eine relativ schlanke aufstrebende Krone auszeichnet.

In der Wipfelregion sind die sogenannten „Fruchtbogen“ charakteristisch. Die ursprünglich senkrecht wachsenden Hauptäste biegen sich durch das Gewicht der Früchte immer mehr nach unten, so daß schließlich Seitenknospen das Höhenwachstum fortsetzen müssen. Und auch die sich daraus entwickelnden Wipfeltriebe erfahren dasselbe Schicksal, so daß der Wipfel aller Birnbäume aus aufeinandergestellten, überbogenen Ästen besteht.

Im Unterschied zur Kulturbirne ist die Wildform in der Jugend bedornt; viele kurze Seitenzweige enden mit einer empfindlich stechenden Spitze. Die echte Wildbirne hat nur etwa 3 cm große Früchte, die rundlich oder eiförmig sind (und daher gar nicht wie Birnen aussehen!), im Reifezustand noch einen voll entwickelten Kelch tragen und an Stielen sitzen, die fast die Fruchtlänge erreichen.
Die Blüte erfolgt in der Regel Ende April oder Anfang Mai und in jedem Falle vor dem Laubaustrieb. Die Blüten sind zwittrig und auf Fremdbestäubung von einem anderen Baum angewiesen.

Die Blätter der Wildbirne sind rundlich, höchstens 5 cm lang und fast ebenso lang gestielt, gesägt und oft am Rand bewimpert. Oberseits glänzen sie auffällig, unterseits sind sie bläulichgrün und nie filzig behaart.
Der Birnbaum gehört zur Familie der Rosengewächse und darin zur Unterfamilie der Apfelfrüchtigen. Die besonders komplizierten, durch den Menschen beeinflußten genetischen Verhältnisse bei dieser Baumart haben dazu geführt, daß bis heute keine Einigkeit beseht, ob die Wildbirne als eigene Art (Pyrus communis L., Pyrus pyraster (L.) BURGSD.) oder nur als eine Varietät (Pyrus communis L. var. Pyrater) anzusehen und von den Kulturbirnen zu unterscheiden ist.