Mischbestand mit Winter-Linden und besonderer Krautschicht, Foto: A. Roloff
"Reifendreher" beim Drechseln von Vorlagen für Figuren, Foto: A. Roloff
Geschnitzte Krippenfiguren aus Lindenholz, Foto: A. Roloff
7a) Holznutzung - gutes Schnitzholz


Die Winter-Linde ist ein gleichermaßen sehr beliebter Wald- und Stadtbaum. Im Wald trägt dazu ihre Schattentoleranz und ihre Holzqualität bei, in der Stadt ihre Genügsamkeit, Heilwirkungen und Robustheit. In der Forstwirtschaft macht sie sich außerdem sehr viele Freunde als "dienende Baumart" unter Eichen und Eschen, indem sie deren Stämme beschattet und so zur schnelleren Astreinigung führt, was bessere Holzqualitäten und damit höhere Verkaufspreise zur Folge hat.

Schnitzholz

Das schlichte Lindenholz hat eine hellbraune bis leicht rötliche Färbung, die Jahrringe sind schwer zu erkennen. Es ist relativ leicht, in getrocknetem Zustand halb so schwer wie Eichenholz. Das Holz von Sommer- und Winter-Linde ist mit herkömmlichen Methoden nicht unterscheidbar. Es ist das beste Schnitzholz, da es sehr weich ist und nicht splittert. Das sollten Sie mal ausprobieren. Viele Kasperlepuppen und Krippenfiguren bestehen daher aus Lindenholz, ebenso die meisten Altar- und Wandfiguren in Kirchen – es wird deshalb auch als Sakral- oder "Heiligenholz" (Lignum sanctum) bezeichnet, das klingt doch schön. Man kann sogar ganz zarte Holzblüten daraus herstellen. Weiter findet es in der Drechslerei und Bildhauerei Verwendung, und in leichten Musikinstrumenten, z.B. in preiswerten Gitarren für die Decke oder den Boden.

Rindenbast

Der Rindenbast wurde früher für Schnüre (Schnürsenkel), Kleidung, Taschen und Schuhe verwendet, bis heute als "Gärtnerbast" – wegen seiner Reißfestigkeit. Daran merken Sie, dass die Linde nah mit der Jutepflanze verwandt ist.

 

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(Text: A. Roloff)

Baumkönigin

Lil Wendeler Baumkönigin 2016