Filigrane herabhängende Zweige, Foto: A. Roloff
Junge Zweige der Europ. Lärche, Foto: A. Roloff
Dominanter Wipfeltrieb, Foto: A. Roloff
3a) Habitus

Am Habitus der Lärche fällt zunächst der (wie bei den meisten Nadelbaumarten) bis in den Wipfel durchgehende Stamm auf, der im Alter dann aber oft markant in die Waagerechte umbiegt. Dies kann auch schon früh im Leben auftreten, wenn die Wurzeln auf Probleme stoßen, z.B. auf Felsen oder auf andere Weise ungünstige Bodenverhältnisse. Wussten Sie schon, was Kandelaberlärchen sind? So genannt werden mehrwipfelige Lärchen, die wie Kerzenleuchter aussehen, wenn nach mehrfachem Wipfelbruch infolge Schnee- und Eislasten mehrere Seitenäste zu Wipfeltrieben werden.

Äste / Kurz- und Langtriebe

Die + waagerecht vom Stamm abstehenden Äste verlaufen an der Spitze charakteristisch bogenförmig nach oben, die Zweigspitzen sind alle aufgerichtet. Von diesen Hauptästen hängen die Feinzweige senkrecht herab, weshalb die Lärchenkrone sehr filigran wirkt und sich von vielen anderen Nadelbaumarten deutlich unterscheidet. Die ebenfalls häufig bei uns verwendete Japanische Lärche (aus Japan, der Grund für Ihren Anbau kommt weiter unten noch) unterscheidet sich von der Europäischen durch ihre rötlichen und bereiften, d.h. mit einem blaugrauen, wachsartigen Belag versehenen einjährigen Triebe – bei der Europäischen Lärche sind diese gelblich und unbereift.
Die Lärche bildet – für einen Nadelbaum ungewöhnlich – Kurz- und Langtriebe. An den sehr früh ergrünenden vielen Kurztrieben stehen bis zu 50 Nadeln dicht gedrängt im Büschel zusammen. Die Langtriebe hingegen erscheinen erst 4 Wochen später und wachsen dann bis zum Spätsommer immer weiter. Da Kurztriebe zu Langtrieben durchwachsen können, besteht ein großes Potenzial der Kronengestaltung und -anpassung.

 << zu 4)

(Text: A. Roloff)

Baumkönigin

Isabel Zindler Baumkönigin 2012