Filigrane herabhängende Zweige, Foto: A. Roloff
 
Mythologie und Brauchtum - Name

Das Wort Lärche kommt direkt vom lateinischen larix. Das wissenschaftliche Beiwort decidua heißt 'laubabwerfend'.

Die Europäische Lärche war schon zu Urzeiten von besonderer mythologischer Bedeutung, vor allem im Gebirgsraum: sie galt im Volksglauben als Heimstatt wohlgesonnener Waldfeen, im Altertum war sie daher heilig. Diese Waldfeen geleiteten verirrte Wanderer auf den rechten Weg, gaben den Armen Geldbeutel die niemals leer werden, Brotkästen die ewig gefüllt bleiben und Käselaibe die stets nachwachsen. Als Schutzbaum vor bösen Geistern, Blitzeinschlägen und anderem Unheil stand und steht die Lärche im Gebirge oft in der Nähe des Wohnhauses bzw. Hofes. Warum nicht auch häufiger im Flachland?

Wenn im Alpenraum einer einen Lärchenzweig an das Haus eines Mädchens steckt, das sich "daneben benommen" hat, sagt man dort: er hat gelärcht. (Wie das Daneben-Benehmen genau definiert ist, habe ich aber bisher nicht herausbekommen…)

Die Lärche eignet sich besonders gut für den Aufbau einer persönlichen Beziehung, indem man mit ihr Zärtlichkeiten austauscht – z.B. über ihre raue Borke streicht, an ihren wippenden Zweigen zupft, Baumbotschaften empfängt, mit ihr spricht und ihr Ehrerbietung und Zuneigung entgegenbringt, das schätzt sie sehr.

Wenn Sie sich und anderen eine lange Freude machen wollen, pflanzen Sie im Jahr 2012 eine Europäische Lärche (es können auch zwei sein)!



Text und Fotos: Prof. Dr. Andreas Roloff, TU Dresden
(Vorstandsmitglied Baum des Jahres-Stiftung und Vorsitzender Kuratorium Baum des Jahres)


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Baumkönigin

Isabel Zindler Baumkönigin 2012