Vorwüchsige Lärche im Mischbestand, Foto: A.Roloff
Hausbaum in den Alpen, Hessen, Foto: A.Roloff

9a Vorkommen

9a) Vorkommen - Verbreitungsgebiet

Die Europäische Lärche kommt von Natur aus oft zusammen mit Arve, Fichte, Weiß-Tanne, Eberesche, Berg-Ahorn und Rot-Buche vor. Sie ist ein Baum der Mittel- und Hochgebirge, tritt aber auch im Hügelland auf und kann von Ihnen ebenso problemlos im Flachland gepflanzt werden. In den höheren Lagen der Alpen wird sie teilweise zur dominierenden Baumart und bildet dort auch Reinbestände, die dann die Landschaft prägen. Das sieht besonders im Herbst vor der Kulisse von hohen Felswänden traumhaft aus. Sie kommt bis in Höhenlagen von über 2.500 m vor, kann dort die Waldgrenze bilden und wichtige Lawinenschutzfunktion übernehmen. Kaum eine andere heimische Baumart ist so frosthart: bis -40°C!

Nun eine kleine Überraschung: die Europäische Lärche hat von Natur aus nur 4 relativ kleine, vollkommen voneinander getrennte Verbreitungsgebiete. Dies ist durch die nacheiszeitliche Waldgeschichte und die Konkurrenz mit anderen Baumarten zu erklären: Aufgrund ihres hohen Lichtbedarfes ist sie während der Rückwanderung nach den Eiszeiten von anderen Schattenbaumarten in besondere Nischen gedrängt worden, in denen letztere nicht mehr so gut wachsen. D.h. es gab früher einmal ein größeres zusammenhängendes Verbreitungsgebiet der Lärche, das dann zerrissen wurde. Folgende 4 Areale, die bei ihrem Anbau zu beachten sind, werden unterschieden: aus dem Hochgebirge die Alpen- und Karpatenlärche, aus Mittelgebirge & Hügelland die Sudeten- und Polenlärche. Bei uns ist die Lärche nur mit einem Minibestand ihres Alpenareals nahe der Grenze zu Österreich einheimisch, im südlichsten Zipfel Deutschlands in den Allgäuer Alpen bei Oberstdorf – das Bemerkenswerte ist, dass sie deshalb in ganz Deutschland (bis nach Flensburg) als einheimisch gilt, da dies nach Landesgrenzen entschieden wird…

 

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(Text: A. Roloff)

Baumkönigin

Isabel Zindler Baumkönigin 2012