Attraktive, intensiv nach Honig duftende Blüten, Foto: A. Roloff
4a) Blüten, Früchte, Wurzeln

Oh ja und nun zu den Blüten: sie stehen bei der Winter-Linde zu 5-12 in Trugdolden (sieht aus wie eine Dolde, ist aber keine), sind 5-zählig (mit je 5 gelbgrünen Kelch- und Kronblättern und zahlreichen Staubblättern) und sehen von Nahem chick aus. Sie öffnen sich zu Massen an jedem Baum erst im Juli, bei der Spät-Linde (2. deutscher Name der Winter-Linde) 2 Wochen später als bei der Sommer-Linde. Damit gehören sie zu den Spätblühern. Von denen gibt es nicht allzu viele unter den einheimischen Baumarten, weshalb die Linden bei Imkern und Naturschützern so beliebt sind – Sie kennen und lieben auch wie ich den Lindenblütenhonig, hoffe ich? Was gleich deutlich macht, dass die Bestäubung von Bienen (und Hummeln) übernommen wird. Wenn Linden blühen, müssen Sie das nicht sehen, das können Sie (mit etwas Übung) unverwechselbar auch am Honigduft bis zu 200 m weit riechen. Diesen Duft lieben eigentlich alle Menschen. Es kann große Freude machen, erstens daran zu merken: JETZT blühen die Linden, und zweitens sich dann zu fragen: wo stehen sie? Nach mehrmaliger Suche mit den Augen können Sie es mit verbundenen Augen probieren und werden Erfolg haben – aber Vorsicht, das sollten Sie bitte nicht an einer Straße testen!

Dann entwickeln sich als Früchte aus den Blüten kleine gestielte Nüsschen, und das zum Blütenstand gehörige auffällige, längliche Tragblatt fördert die Windverbreitung, bis zu 150 m weit. Die Früchte bleiben lange  am Baum hängen (bis in den Winter) und dienen Vögeln und Kleinsäugern als Nahrung.

Die Wurzeln entwickeln ein Herzwurzelsystem, passen also in der Gestalt ebenfalls gut zur Krone.

 

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(Text: A. Roloff)