Schattentolerante Naturverjüngung, Foto: A.Roloff
Laubholzmistel in einer Lindenkrone, Foto: A.Roloff
6a) Schattenbaumart und Lebensraum


Die Winter-Linde ist eine Schattenbaumart, d.h. sie erträgt bis ins Alter Beschattung – einer der großen Vorteile im Wald und in Parkanlagen, da sie auch unter Altbäumen aufwachsen und gepflanzt werden kann, dort kaum kümmert wie fast alle anderen Baumarten.

Bei genauem Hinsehen finden Sie im Juli unter blühenden Linden sterbende Hummeln auf dem Boden, dies tritt am wenigsten bei Sommer-Linden auf, häufiger bei den später blühenden Winter-Linden, und am häufigsten bei den noch später blühenden Silber-Linden, eine in der Stadt verwendete Lindenart aus Südosteuropa. Anfangs dachte man, dass der Nektar der nichtheimischen Silber-Linden für die Hummeln giftig ist. Bei eingehenden Untersuchungen hat sich jedoch im Gegenteil herausgestellt, dass man die sterbenden Hummeln mit dem Nektar wieder zum Weiterleben animieren kann. Es liegt also nicht am Nektar, sondern daran, dass spät blühende Linden eine starke Lockwirkung auf die dann nach den versiegenden Nahrungsquellen suchenden Hummeln haben. Diese fliegen daher massenweise zu den Linden, und dann  reicht der Nektar dieser Bäume nicht mehr für die vielen Hummeln. Abhilfe kann nur geschaffen werden, indem wir für mehr Nektarquellen im Sommer sorgen, wie sie in Wildwiesen vorkommen, definitiv nicht jedoch in Golfrasen. Wir sollten also noch viel mehr Winter-Linden pflanzen, um den Hummeln zu helfen!

Die Krone ist ein sehr beliebter Lebensraum bei Vögeln, zum einen als Nistplatz, zum anderen wegen der Früchte im Winter als Nahrungsquelle. Unter den Pilzen sind häufig am Stamm(fuß) Lackporlinge, Austernseitling und Brandkrustenpilz zu finden. Auch die Laubholzmistel fühlt sich wohl in Lindenkronen.

 

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(Text: A. Roloff)

Baumkönigin

Lil Wendeler Baumkönigin 2016