Elsbeere, Foto: A. Roloff

Ökologie und Vorkommen

9a) Vorkommen

Die Elsbeere gehört heute zu den seltensten Baumarten in Deutschland. In Wäldern ist sie mit deutlich unter 1% an der Waldfläche vertreten, es gibt nur verinselte Vorkommen oder Einzelbäume. Im Auftrag des Bundes werden derzeit diese seltenen Vorkommen erfasst, genetisch untersucht und Konsequenzen für Erhaltungsmaßnahmen abgeleitet.Am häufigsten haben Elsbeervorkommen dort überdauern können, wo Niederwald- und Mittelwaldwirtschaft (s.o.) in Mitteleuropa bis in das vorletzte Jahrhundert betrieben wurden. Hier wurde die Art sicherlich durch die periodisch kräftige Freistellung sowie durch ihr hohes Ausschlagvermögen begünstigt.Heute ist die Elsbeere eine mittel- und südeuropäische Baumart mit Vorkommen bis nach Nordafrika und Kleinasien. In ihrem Areal ist sie auffallend ähnlich verbreitet wie der Speierling. In Deutschland ist sie nahezu bundesweit zu finden, wenn auch nur sehr selten, und hat hier ihren Verbreitungsschwerpunkt im mittleren und südlichen Teil, besonders im Ober- und Mittelrheingebiet, entlang von Ahr, Mosel und Neckar sowie auf der Alb, im Kraichgau und im Taubergebiet, auf der Rhön, im Spessart und an der Saale. Nur südlich der Donau und im Schwarzwald sowie im äußersten Nordwesten fehlt sie ganz. In Schleswig-Holstein gilt sie als verschollen, und in Niedersachsen erreicht sie ihre nördliche Verbreitungsgrenze etwa an der Schwelle vom Bergland zum Flachland. Auch in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gilt sie als stark gefährdet. Mit Ihrer Hilfe können es wieder mehr Elsbeeren werden – denken Sie bitte daran beim nächsten Anlass, einen Baum zu pflanzen?Die Elsbeere ist mit ihrem submediterranen Verbreitungsschwerpunkt eine wärmeliebende und hitzeverträgliche Baumart, die in unseren Breiten bevorzugt auf recht steilen, südexponierten Hängen in sonniger Lage wächst. Sie meidet schattige und vor allem kühle Lagen, in denen sie nicht besonders häufig blüht. Die Sommerwärme begrenzt ihre Höhenverbreitung bis maximal 700 m über NN, in alpinen Föhntälern findet man einzelne Exemplare bis 900 m. 


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(Text: A. Roloff)



Baumkönigin

Johanna Ditsch
Deutsche Baumkönigin 2011

Atelier Wallner

Die Baumkönigin zu Besuch bei dem Kunstdrechsler