5) Was tun?

 

Auch wenn wir die Hoffnung nicht aufgeben sollten, dass die Holländische Ulmenkrankheit irgendwann wieder abklingen wird – ausgewachsene Feld- und Berg-Ulmen werden vorerst weiter aus unserer Landschaft verschwinden. Und mit ihnen werden auch zahlreiche, auf Ulmen spezialisierte Lebewesen – vor allem Insekten, Spinnen und Pilze – ihren Lebensraum verlieren. Der zu den Bläulingen gehörende Ulmen-Zipfelfalter ist dafür das bekannteste Beispiel. Es ist daher dringend nötig, den Bestand der Flatter-Ulmen in Deutschland nicht nur zu erhalten, sondern ihn auch zu erhöhen. Denn der Flatter-Ulme als einzige weitgehend resistente Ulmenart kommt die Rolle des Ersatzlebensraums für alle diese bedrohten Arten zu.


Bruch- und Auenwälder sind heute laut Bundesnaturschutzgesetz, aber auch EU-weit geschützt. Sie müssen erhalten werden. Es gibt darüber hinaus Bestrebungen, trockengelegte Feuchtwald-Standorte wieder zu vernässen und ehemalige Überflutungsräume in den Flußtälern wieder zu öffnen und der natürlichen Dynamik des Flusses zu überlassen. Das wäre die beste Art, mehr Lebensraum auch für die Flatter-Ulme zu schaffen. Dies sollte mehr forciert und gefördert werden. Die Flatter-Ulme könnte hier sogar noch eine weitere Ersatzfunktion übernehmen. Denn sowohl die Eschen als auch die Schwarz-Erlen, die zwei häufigsten Begleitbaumarten der Flatter-Ulme auf den Feuchtwaldstandorten, sind derzeit erheblich von Pilzkranheiten heimgesucht und kommen für eine Renaturierung vorerst schwerlich in Frage.


Da lange angenommen wurde, dass alle heimischen Ulmen von der Ulmenkrankheit stark betroffen seien, wurden in den urbanen Bereichen seit etwa einhundert Jahren auch so gut wie keine Flatter-Ulme mehr nachgepflanzt. Mit den Erfahrungen von heute sollten nun aber die Möglichkeiten, die Flatter-Ulme in die Städte, in die Parks und an die Straßen zurückzubringen, genutzt werden.

links: Etwa 170 Jahre alte Flatter-Ulme in Landshut, Foto: A. Kroehling
rechts: Flatter-Ulmen in einem Feuchtwald, Foto: K. Hohlfeld


6) Flatter-Ulmen erkennen

Die Unterscheidung der drei heimischen Ulmenarten wird nicht selten als schwierig dargestellt....  

 

Text: Dr. Rudolf Fenner
(Vertreter von ROBIN WOOD im Kuratorium Baum des Jahres)

 

 

 

Baumkönigin

Caroline Hensel
Baumkönigin 2019