4) Delikat und giftig

 

Wie viele Pflanzen in der Familie der Hülsenfrüchtler enthält auch die Robinie toxische Lektine. Für uns Menschen sind besonders die Rinde, aber auch die reifen Samen und Blätter giftig. Für Rehe, Ziegen, Rinder und andere Wiederkäuer dagegen sind die eiweißreichen Blätter eine sehr bekömmliche Delikatesse. Hasen und Kaninchen nagen im Winter gerne die Rinde junger Robinien ab, ohne Schaden zu nehmen. Für Pferde dagegen können bereits 150 g Robinienrinde den Tod bedeuten.

Allein die Blüten der Robinien sind nicht giftig – im Gegenteil: Die stark duftenden Blütentrauben lassen sich – ähnlich wie die Blütenstände des Holunders – in Pfannkuchenteig getaucht und in heißem Öl ausgebacken – in delikates Naschwerk verwandeln. Mit wässrigen Auszügen aus den Blüten lassen sich Limonaden und Gelees aromatisieren.

Bienen produzieren einen hellen, klaren, milden und dank des hohen Fruktosegehalts über Jahre nicht kristallisierenden Honig. Meist wird er unter dem irreführenden Namen Akazienhonig vermarktet. Mehr als die Hälfte des im robinienreichen Brandenburg geernteten Honigs stammt in guten Jahren von Robinien.

Foto: Andreas Gomolka

5) Die Platzgreifende

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Text: Dr. Rudolf Fenner, Vertreter von ROBIN WOOD im Kuratorium Baum des Jahres

 

 

 

Deutsche Baumkönigin 2020

Charlotte Baumann
ist die Deutsche
Baumkönigin 2020