2) Die Schöne


Zunächst allerdings war es ausschließlich seine dekorative, exotisch wirkende Erscheinung, die diesen Baum in Europa zu einem begehrten Objekt in den Park- und Gartenanlagen von Adel und reich gewordenem Bürgerntum machte: Auffällig sind seine zarten Fiederblätter, seine grobe, tief gefurchte Borke, seine hängenden weißen und süßlich duftenden Blütentrauben und seine nicht selten bizarr verzweigte Krone. Auch als Alleebaum war die Robinie schon bald gern gesehen.

In Deutschland wurden die ersten Robinien 1670 gepflanzt, und zwar zwei Exemplare im barocken Lustgarten des Berliner Stadtschlosses. Allerdings wurden sie bereits 1713 wieder gefällt, als der Soldatenkönig den Lustgarten in einen Exerzierplatz umwandeln ließ. Auch in den damaligen botanischen Gärten wuchsen recht bald die ersten Robinien – der Leipziger Garten machte 1675 den Anfang.

Die Beliebtheit der Robinie als Parkbaum nahm mit dem Übergang von den strengen, barocken Parkanlagen zu den großzügigen Landschaftsparks noch zu und ist bis heute ungebrochen. Im Laufe der Zeit kamen auch immer mehr Zierformen der Robinie auf den Markt, die ihren Platz dann auch innerhalb der Städte und in kleineren Privatgärten gefunden haben. Am bekanntesten sind wohl die Kugel-Robinie und die holländische Frisia mit ihrer goldgelb-grünen Laubkrone.

Als Alleebaum wird die Robinie nach wie vor genutzt – heute wieder zunehmend auch innerhalb von Ortschaften, da sie recht salz- und immissionstolerant ist und gut mit dem städtischen Klima und den oft schwierigen Bodenverhältnissen zurechtkommt.
 

Abb. Robinienallee in Brandenburg - Foto: Andreas Gomolka

3) Die Ungewöhnliche
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Deutsche Baumkönigin 2020

Charlotte Baumann
ist die Deutsche
Baumkönigin 2020