8) Steckbrief - Robinie

 

 

Die Robinie zu erkennen ist im Grunde sehr einfach: Fällt der Blick auf einen Stamm mit grauer, ungewöhnlich grober, tief gefurchter Borke, dann muss man nur noch kurz nach oben schauen. Sieht man dann zarte gefiederte Blätter oder – im blattlosen Winterhalbjahr – in der Krone hängende, schwarz-braune Hülsenfrüchte, dann reicht das in den allermeisten Fällen zur Identifizierung.

Trotzdem hier noch der ausführliche Steckbrief zur Robinie

(eindeutige Erkennungsmerkmale sind fett gedruckt)

Habitus   

sommergrüner Baum mit lockerer, mäßig dicht belaubter, gelegentlich schirmartiger Krone; im Einzelstand Wuchshöhen bis 25 m, innerhalb eines Baumbestandes auch über 30 m; Höchstalter 150 Jahre, 200 Jahre und mehr sind seltene Ausnahmen

Stamm    

meist frühzeitig verzweigt und selten geradstämmig

Rinde    

tief gefurchte, längsrissige, gelegentlich netzförmig aufgerissene Borke, äußerlich grau, in den Furchen meist leuchtend rötlich-braun

Zweige   

je zwei langlebige, bis zu 5 cm lange Dornen an den Blattstielansätzen (umgewandelte Nebenblätter)

Blätter    

wechselständige, 20-30 cm lange, unpaarig gefiederte Blätter mit 5 bis 12 kurzgestielten, glattrandigen, länglich-elliptischen oder eiförmigen, 2-5 cm langen Fiederblättchenpaaren; Blattunterseite graugrün, Blattstiel 3-4 cm lang, am Grunde knotig verdickt; Fiederblättchen bei direkter Besonnung nach oben, nachts nach unten geklappt; Austrieb oft erst Anfang Mai; herbstlicher Blattabwurf ohne rechte Herbstfärbung

Blüte    

etwa ab 6 Jahren; große, lockere, bis zu 25 cm lange, hängende Blütentrauben mit süßlich riechenden, weißen Schmetterlingsblüten von Ende Mai bis Anfang Juni

Frucht    

5-10 cm lange, zunächst braune, später schwarz-braune Hülsenfrüchte mit 4-10 bohnenförmigen Samen; ab Oktober reif, Fruchtstände verbleiben oft in großer Zahl über den Winter und auch länger am Baum („Wintersteher“)

Abb. v. links n. rechts:
Robinie (Foto: A. Roloff), Blätter bestehen aus 11 bis 25 Fiederblättchen (Foto: R. Fenner),
Blühender Robinienzweig (Foto: A. Gomolka), Auffällig tiefgefurchte Borke (Foto: R. Fenner)

 

 

 

Text: Dr. Rudolf Fenner
(Vertreter von ROBIN WOOD im Kuratorium Baum des Jahres)