6) Krisengewinnerin

 

In der heutigen menschengemachten Klimaerwärmung wird die Stechpalme zur Krisengewinnerin. In den letzten drei, vier Jahrzehnten hat sie sich bereits in West-Norwegen entlang der Westküste weiter nach Norden und in Dänemark weiter nach Osten ausbreiten können. Sie hat den Sprung rüber nach Südschweden geschafft. Und von ihren Vorkommen an der deutschen Osteeküste aus erschließt sie sich mittlerweile bereits jenseits der Odermündung in Polen neue Lebensräume.

Aber nicht nur an den Grenzen ihres Verbreitungsgebietes, sondern auch innerhalb ihres natürlichen Vorkommens wird sie von dieser Klimaveränderung wohl profitieren. Denn als immergrünes, höchst schattentolerantes Unterholz in Laubwäldern läuft ihre Fotosynthese am wirkungsvollsten in den fünf bis sechs lichtreichen Monaten des Winterhalbjahres, wenn diese Wälder ohne Laub dastehen. Lediglich an Frosttagen findet keine Fotosynthese statt. Aber schon ab 0oC springt die Fotosynthese – wenn auch auf niedrigem Niveau – wieder an. Da nun aber infolge der Klimaveränderung die Winter milder werden und die Frühjahrstemperaturen eher ansteigen, wird das der Stechpalme sicherlich einen Vitalitätsschub bringen. Ob und wie stark sich dies auf die Ausbreitung und Dichte der Stechpalmenvorkommen innerhalb der Wälder auswirken wird, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen.

Stechpalme - Ungewöhnlich schattentolerant, Foto: Andreas Roloff


7) Die kultivierte Stechpalme

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Text: Dr. Rudolf Fenner
(Vertreter von ROBIN WOOD im Kuratorium Baum des Jahres)

 

 

Deutscher Baumkönig 2021

Nikolaus Fröhlich
ist der Deutsche
Baumkönig 2021